Univ.-Prof. Dr. med.
Reinhard Obwegeser
ZEM · Endometriose

Endometriose-Behandlung in Wien

Endometriose ist eine der häufigsten gutartigen gynäkologischen Erkrankungen und wird dennoch oft erst nach Jahren erkannt. Dabei findet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter, etwa am Bauchfell, an den Eierstöcken, am Darm oder an der Blase. Dieses Gewebe reagiert auf hormonelle Veränderungen im Zyklus und kann Entzündungsreaktionen, Vernarbungen, Verwachsungen und Schmerzen verursachen. Bis zur Diagnose vergehen häufig mehrere Jahre. Ich habe 2003 die ZEM-Ambulanz am AKH Wien gegründet, in der Zysten, Endometriose und Myome abgeklärt und behandelt werden, und habe sie bis Ende 2023 geleitet. In meiner Privatordination in 1090 Wien verbinde ich diese langjährige Erfahrung mit der Zeit, die eine so vielschichtige Erkrankung für eine sorgfältige Abklärung braucht.

Welche Beschwerden sprechen für eine Endometriose?

Die Symptome einer Endometriose sind vielfältig und können von Patientin zu Patientin sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Typisch sind insbesondere:

·starke Schmerzen während der Regelblutung, die den Alltag erheblich einschränken,
·Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, insbesondere bei tiefem Eindringen,
·Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen, vor allem rund um die Regelblutung,
·chronische Unterbauch- oder Rückenschmerzen,
·Blutungsstörungen sowie
·unerfüllter Kinderwunsch.

Viele Patientinnen berichten mir, dass sie starke Regelschmerzen bereits seit ihrer Jugend kennen und lange gehört haben, diese seien normal. Wenn Sie wegen Ihrer Regelblutung regelmäßig Schule, Arbeit oder Verabredungen absagen müssen oder wiederholt starke Schmerzmittel benötigen, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Auch ein unerfüllter Kinderwunsch kann mit Endometriose zusammenhängen. Schätzungen zufolge findet sich bei etwa 25 bis 50 Prozent der Frauen mit Infertilität eine Endometriose. Umgekehrt bedeutet eine Endometriose jedoch keineswegs automatisch, dass eine Schwangerschaft nicht möglich ist.

Die Stärke der Beschwerden sagt außerdem wenig darüber aus, wie ausgeprägt die Erkrankung ist. Manche Patientinnen haben größere oder tiefere Herde und kaum Beschwerden, andere leiden bereits bei kleinen Befunden unter starken Schmerzen.

Wann sollten Sie zu mir kommen?

Eine Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn:

·Regelschmerzen Ihren Alltag erheblich beeinträchtigen,
·Schmerzmittel nicht ausreichend helfen,
·Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen auftreten,
·ein unerfüllter Kinderwunsch besteht,
·bei einer früheren Untersuchung eine sogenannte Schokoladenzyste oder ein Endometriom am Eierstock festgestellt wurde oder
·bereits eine Endometriose diagnostiziert wurde und Sie eine zweite Einschätzung zur empfohlenen Behandlung wünschen.

Bei unerfülltem Kinderwunsch ist eine Abklärung üblicherweise spätestens nach zwölf Monaten regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs sinnvoll. Abhängig von Alter, Beschwerden und vorhandenen Risikofaktoren kann eine frühere Abklärung angezeigt sein. Gerade wenn bereits eine Endometriose bekannt ist oder eine Operation vorgeschlagen wurde, ist eine individuelle Beurteilung wichtig.

Wie stelle ich die Diagnose einer Endometriose in meiner Praxis in Wien?

Gespräch und gynäkologische Untersuchung

Alles beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Ich möchte genau wissen, wann die Schmerzen auftreten, wie sie sich anfühlen, was sie auslöst oder lindert, wie Ihr Zyklus verläuft und ob ein Kinderwunsch besteht. Schon diese Angaben liefern häufig wichtige Hinweise.

Anschließend untersuche ich Sie gynäkologisch. Beim Abtasten achte ich unter anderem auf schmerzhafte Verhärtungen hinter der Gebärmutter, eine eingeschränkte Beweglichkeit der Beckenorgane und auffällige Knoten, die auf eine tiefe Endometriose hinweisen können.

Ultraschall bei Endometriose

Der transvaginale Ultraschall ist das wichtigste bildgebende Verfahren bei der Abklärung einer Endometriose. Endometriome an den Eierstöcken lassen sich damit meist gut erkennen. Bei entsprechender Erfahrung können auch tiefe Endometrioseherde, beispielsweise am Darm, an der Blase oder im Bereich zwischen Scheide und Enddarm, dargestellt werden.

Die Ultraschalldiagnostik von Veränderungen an den Eierstöcken war über viele Jahre einer meiner wissenschaftlichen Schwerpunkte.

Wann sind MRT oder Bauchspiegelung notwendig?

Wenn der Ultraschall nicht ausreichend aussagekräftig ist oder die Ausdehnung einer tiefen Endometriose genauer beurteilt werden muss, kann ergänzend eine Magnetresonanztomographie sinnvoll sein.

Oberflächliche Endometrioseherde am Bauchfell lassen sich mit Ultraschall oder MRT hingegen häufig nicht zuverlässig erkennen. Eine unauffällige Bildgebung schließt eine Endometriose deshalb nicht aus.

Eine definitive histologische Sicherung ist durch die Untersuchung einer Gewebeprobe möglich, die in der Regel im Rahmen einer Bauchspiegelung entnommen wird. Eine Operation ist heute jedoch nicht bei jeder Patientin notwendig, nur um die Diagnose zu bestätigen. Ob eine Bauchspiegelung sinnvoll ist, entscheiden wir anhand Ihrer Beschwerden, der bildgebenden Befunde, bisheriger Behandlungen und Ihrer Lebens- und Familienplanung.

Welche Formen der Endometriose gibt es?

Endometriose kann an unterschiedlichen Stellen und auch in mehreren Formen gleichzeitig auftreten. Zu den wichtigsten Erscheinungsformen gehören:

Oberflächliche peritoneale Endometriose

Dabei befinden sich meist kleine Herde auf dem Bauchfell. Auch kleine Veränderungen können erhebliche Beschwerden verursachen.

Endometriose der Eierstöcke

Hier entstehen sogenannte Endometriome, also mit typischem Inhalt gefüllte Zysten am Eierstock. Sie werden umgangssprachlich auch als Schokoladenzysten bezeichnet und zeigen im Ultraschall häufig ein charakteristisches Bild.

Tiefe Endometriose

Dabei wächst Endometriosegewebe in tiefer liegende Gewebeschichten oder Organe ein. Betroffen sein können beispielsweise die Bänder hinter der Gebärmutter, der Enddarm, die Scheide, die Blase oder die Harnleiter. Diese Form erfordert insbesondere vor einer Operation eine genaue Diagnostik und sorgfältige Planung.

Welche Form bei Ihnen vorliegt, wo sich die Herde befinden, welche Beschwerden sie verursachen und ob ein Kinderwunsch besteht, beeinflusst die Wahl der Behandlung.

Welche Ursachen hat Endometriose?

Warum Endometriose entsteht, ist trotz intensiver Forschung bis heute nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich wirken mehrere Faktoren zusammen.

Retrograde Menstruation und weitere Erklärungsmodelle

Eine bekannte Theorie ist die sogenannte retrograde Menstruation. Dabei gelangt während der Regelblutung ein Teil des Menstruationsblutes über die Eileiter in den Bauchraum. Dieses Phänomen kommt auch bei vielen Frauen ohne Endometriose vor und kann die Entstehung der Erkrankung daher nicht allein erklären.

Nach heutigem Wissensstand spielen wahrscheinlich mehrere biologische Mechanismen zusammen. Dazu zählen unter anderem:

·genetische beziehungsweise familiäre Faktoren,
·Veränderungen der Immunantwort,
·hormonelle Einflüsse,
·entzündliche Prozesse sowie
·Veränderungen von Zellen und Gewebe, durch die sich endometriumähnliches Gewebe entwickeln kann.

Endometrioseherde können sich auch in Operationsnarben und, deutlich seltener, außerhalb des Bauch- und Beckenraums befinden. Endometriose gilt heute als chronische, hormonabhängige und entzündliche Erkrankung.

Wie häufig ist Endometriose?

Schätzungen zufolge sind etwa zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Die Beschwerden können bereits in der Jugend beginnen und sich über viele Jahre verändern.

Nach den Wechseljahren nimmt die hormonelle Aktivität der Erkrankung meist ab. Endometriose und endometriosebedingte Beschwerden können jedoch auch nach der Menopause fortbestehen, weshalb die Erkrankung nicht grundsätzlich mit den Wechseljahren endet.

Für Sie als Patientin ist wichtig: Endometriose entsteht nicht dadurch, dass Sie etwas „falsch gemacht“ haben. Nach heutigem Wissen gibt es keine einzelne Lebensstilentscheidung, Verhütungsmethode oder verschobene Familienplanung, die als Ursache der Erkrankung angesehen werden kann.

Wie behandle ich Endometriose in meiner Privatpraxis in Wien?

Es gibt nicht die eine Behandlung, sondern einen individuellen Behandlungsplan. Er richtet sich nach Ihren Beschwerden, den vorhandenen Befunden, Ihrem Alter, bisherigen Therapien und insbesondere danach, ob und wann Sie Kinder möchten. Ich erkläre Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten, damit wir gemeinsam entscheiden können, welcher Weg für Sie sinnvoll ist.

Medikamentöse Behandlung bei Endometriose

Bei Endometriose-bedingten Schmerzen ist eine hormonelle Therapie häufig eine wichtige Behandlungsoption. Gestagene, eine kontinuierlich eingenommene kombinierte Pille oder eine Hormonspirale können den Zyklus beziehungsweise die hormonelle Aktivität beeinflussen und dadurch die Beschwerden deutlich reduzieren.

Diese Behandlung beseitigt vorhandene Endometrioseherde nicht dauerhaft. Sie kann die Erkrankungsaktivität und insbesondere die Schmerzen jedoch über längere Zeit kontrollieren. Entzündungshemmende Schmerzmittel können ergänzend eingesetzt werden.

Welche hormonelle Therapie geeignet ist, hängt unter anderem von Ihren Beschwerden, möglichen Gegenanzeigen und Ihrer Familienplanung ab.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn Beschwerden trotz medikamentöser Behandlung bestehen bleiben, Medikamente nicht vertragen werden, Endometriome oder eine tiefe Endometriose vorliegen oder andere medizinische Gründe für einen Eingriff sprechen. Auch bei Kinderwunsch kann eine Operation in bestimmten Situationen die richtige Entscheidung sein – sie ist jedoch nicht allein wegen eines Kinderwunsches automatisch notwendig.

Wenn eine Operation angezeigt ist, erfolgt sie in der Regel minimal-invasiv über eine Bauchspiegelung, die sogenannte Laparoskopie. Über mehrere kleine Schnitte werden eine Kamera und feine Instrumente in den Bauchraum eingebracht. Dabei können sichtbare Endometrioseherde entfernt und Verwachsungen gelöst werden.

Bei Endometriomen am Eierstock muss besonders sorgfältig zwischen dem Nutzen einer Operation und dem möglichen Verlust an gesundem Eierstockgewebe abgewogen werden. Wenn ich ein Endometriom operiere, ist es deshalb mein Ziel, möglichst viel gesundes Eierstockgewebe und damit die Eierstockreserve zu erhalten.

Bei tiefer Endometriose am Darm, an der Blase oder an den Harnleitern ist eine genaue Operationsplanung wichtig. Je nach Befund kann der Eingriff gemeinsam mit spezialisierten Kolleginnen und Kollegen aus Chirurgie oder Urologie erfolgen.

Das Ziel ist eine möglichst vollständige Behandlung der relevanten Herde bei größtmöglicher Schonung der betroffenen Organe. Eine Entfernung der Gebärmutter kommt nur in ausgewählten Situationen infrage, etwa wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und zusätzliche Erkrankungen der Gebärmutter oder anhaltende Beschwerden dafür sprechen. Eine Hysterektomie allein ist jedoch keine Garantie dafür, dass sämtliche Endometriosebeschwerden verschwinden.

Behandlung nach einer Endometriose-Operation

Nach einer Operation entscheiden wir individuell, ob eine hormonelle Weiterbehandlung sinnvoll ist. Wenn derzeit kein Kinderwunsch besteht, kann eine längerfristige hormonelle Therapie das Wiederauftreten von Beschwerden und Endometriomen reduzieren.

Wenn Sie schwanger werden möchten, wird eine solche hormonelle Behandlung in der Regel nicht eingesetzt, da sie eine Schwangerschaft während der Einnahme verhindert. Wie es nach der Operation weitergeht, hängt dann von Ihrem Alter, der Eierstockreserve, dem Ausmaß der Erkrankung, der Dauer des bisherigen Kinderwunsches und möglichen weiteren Fruchtbarkeitsfaktoren ab.

Was bedeutet Endometriose für den Kinderwunsch?

Endometriose kann die Fruchtbarkeit auf unterschiedliche Weise beeinträchtigen. Verwachsungen können beispielsweise die Beweglichkeit oder Funktion der Eileiter beeinträchtigen. Endometriome und auch ihre operative Behandlung können Einfluss auf die Eierstockreserve haben. Darüber hinaus können entzündliche Veränderungen im Becken die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft beeinflussen.

Trotzdem werden viele Frauen mit Endometriose spontan schwanger. Eine Endometriose bedeutet daher nicht automatisch, dass eine künstliche Befruchtung notwendig ist.

Operation oder Kinderwunschzentrum?

Ich habe in der Hormonambulanz der Universitätsfrauenklinik eine vertiefte Ausbildung im Bereich Fertilitätsstörungen erhalten und beurteile gemeinsam mit Ihnen, welcher Weg sinnvoll ist.

Dabei berücksichtige ich unter anderem:

·Ihr Alter,
·die Dauer des Kinderwunsches,
·Ihre Eierstockreserve,
·Lage und Ausmaß der Endometriose,
·vorhandene Endometriome,
·frühere Operationen,
·die Durchgängigkeit beziehungsweise Funktion der Eileiter sowie
·mögliche Fertilitätsfaktoren des Partners.

Je nach Ausgangssituation kann eine Operation sinnvoll sein. In anderen Fällen ist es besser, direkt mit einem Kinderwunschzentrum zusammenzuarbeiten. Auch eine Kombination beider Wege ist möglich. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge, damit unnötige Eingriffe vermieden und die vorhandene Eierstockreserve möglichst geschont werden.

Wie lebt man gut mit Endometriose?

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, und die Betreuung endet nicht mit einer Operation oder einem Rezept. Ich sehe meine Aufgabe darin, Sie langfristig zu begleiten und die Behandlung anzupassen, wenn sich Ihre Beschwerden, Ihre Lebenssituation oder Ihre Familienplanung verändern.

Wie oft sind Kontrollen notwendig?

Wie häufig Kontrollen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Befund ab. Insbesondere bei größeren Endometriomen, tiefer Endometriose oder anhaltenden beziehungsweise wiederkehrenden Beschwerden können regelmäßige klinische und sonografische Kontrollen sinnvoll sein. Ein starres Kontrollintervall ist jedoch nicht für jede Patientin erforderlich. Gemeinsam legen wir fest, wann eine erneute Untersuchung sinnvoll ist.

Ein Schmerztagebuch kann zusätzlich helfen. Wenn Sie darin Zeitpunkt, Stärke und Art der Beschwerden sowie einen möglichen Zusammenhang mit Zyklus, Geschlechtsverkehr, Stuhlgang oder Bewegung dokumentieren, lässt sich der Verlauf häufig besser beurteilen.

Bewegung, Physiotherapie und Schmerztherapie

Auch nichtmedikamentöse Maßnahmen können Teil der Behandlung sein. Regelmäßige Bewegung kann sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden und möglicherweise auch auf Schmerzen und Lebensqualität auswirken. Welche Form der Bewegung angenehm und sinnvoll ist, ist individuell sehr unterschiedlich.

Bei chronischen Beckenschmerzen können außerdem folgende Maßnahmen hilfreich sein:

·Beckenbodenphysiotherapie,
·Wärme,
·Entspannungs- und Stressreduktionsverfahren,
·eine multimodale Schmerztherapie sowie
·bei Bedarf psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung.

Chronische Schmerzen können zu einem Kreislauf aus Schmerz, Schonung, Muskelanspannung und weiterer Schmerzverstärkung führen. Eine Behandlung, die mehrere dieser Faktoren berücksichtigt, ist deshalb häufig sinnvoll.

Mehr dazu lesen Sie auf der Seite zum chronischen Beckenschmerz.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Viele Patientinnen möchten wissen, ob sich Endometriose durch eine bestimmte Ernährung beeinflussen lässt. Dazu gibt es inzwischen einige Studien, die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch noch nicht ausreichend, um eine spezielle „Endometriose-Diät“ allgemein zu empfehlen.

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und möglichst wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln ist grundsätzlich sinnvoll. Individuelle Ernährungsanpassungen können bei manchen Patientinnen die Beschwerden verbessern, sollten aber nicht als Ersatz für eine notwendige medikamentöse oder operative Behandlung verstanden werden.

Auch der Austausch mit anderen Betroffenen, beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe, kann im Umgang mit einer chronischen Erkrankung hilfreich sein.

Wenn Sie bereits bei einer anderen Ärztin oder einem anderen Arzt in Behandlung sind und eine zweite Einschätzung wünschen, bringen Sie bitte alle vorhandenen Befunde, Ultraschallbilder und Operationsberichte mit. Ich bespreche mit Ihnen, ob das bisherige Vorgehen aus meiner Sicht sinnvoll ist oder ob andere Möglichkeiten infrage kommen.

Warum sollten Sie mit Endometriose zu mir kommen?

Über zwei Jahrzehnte Erfahrung mit Endometriose

Endometriose ist seit über zwei Jahrzehnten einer meiner klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte. Ich habe 2003 die ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome am AKH Wien gegründet und bis Ende 2023 geleitet. In dieser Zeit habe ich eine große Zahl von Patientinnen mit Endometriose untersucht, beraten und operiert, darunter auch Patientinnen mit ausgedehnten Befunden oder mehreren vorausgegangenen Operationen.

Diese langjährige Erfahrung hilft mir heute insbesondere bei der Einordnung komplexer Befunde, bei der Ultraschalldiagnostik und bei der Entscheidung, wann eine Operation sinnvoll ist – und wann nicht.

Erfahrung in minimal-invasiver gynäkologischer Chirurgie

Ab 1994 war ich Gesamtoberarzt an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien; seit 2000 bin ich außerordentlicher Universitätsprofessor. Einen wesentlichen Schwerpunkt meiner klinischen Tätigkeit bildeten minimal-invasive gynäkologische Operationen und die Behandlung von Endometriose. Operative Behandlungen führe ich heute unter anderem in der Privatklinik Confraternität & Goldenes Kreuz sowie in der Privatklinik Döbling durch.

Vor allem aber gehört für mich zu einer guten Endometriosebehandlung, genau zuzuhören. Chronische Schmerzen, Einschränkungen im Alltag, Sexualität und Kinderwunsch können die Lebensqualität erheblich beeinflussen. Diese verschiedenen Aspekte sollten bei der Wahl der Behandlung berücksichtigt werden.

Was kostet die Behandlung?

Ich führe eine Privatordination ohne Kassenvertrag. Für die Abklärung in der Ordination erhalten Sie eine Honorarnote, die Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger zur Kostenerstattung einreichen können. Die Höhe der Rückerstattung richtet sich nach dem jeweiligen Versicherungsträger und der erbrachten Leistung.

Eine private Zusatzversicherung kann abhängig von Ihrem Vertrag weitere Kosten übernehmen.

Für eine geplante Operation erhalten Sie vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag, mit dem Sie bei Ihrer privaten Versicherung gegebenenfalls eine Deckungszusage einholen können. Den konkreten Betrag für Ihr Anliegen nennen wir Ihnen gerne vorab am Telefon.

Häufige Fragen zur Endometriose

Ist Endometriose heilbar?

Endometriose ist eine chronische Erkrankung. Eine Behandlung kann Beschwerden deutlich reduzieren und Endometrioseherde operativ entfernen, eine dauerhafte Heilung lässt sich jedoch nicht garantieren. Auch nach einer erfolgreichen Operation können Beschwerden oder Endometrioseherde erneut auftreten. Nach den Wechseljahren nimmt die Aktivität der Erkrankung bei vielen Patientinnen ab. Beschwerden können jedoch auch nach der Menopause fortbestehen.

Muss ich mich operieren lassen, um die Diagnose zu bekommen?

Nein. Eine Bauchspiegelung ist heute nicht mehr grundsätzlich erforderlich, um eine Endometriose zu diagnostizieren oder mit einer Behandlung zu beginnen. Endometriome und tiefe Endometriose lassen sich bei entsprechender Erfahrung häufig mit dem transvaginalen Ultraschall erkennen. Bei typischen Beschwerden kann außerdem eine medikamentöse Behandlung begonnen werden, ohne dass vorher operiert werden muss.

Eine Bauchspiegelung kann sinnvoll sein, wenn die Beschwerden trotz Behandlung bestehen bleiben, die Bildgebung einen operationsbedürftigen Befund zeigt, die Diagnose weiterhin unklar ist oder andere individuelle Gründe für einen Eingriff sprechen.

Wie lange bin ich nach einer Bauchspiegelung außer Gefecht?

Das hängt stark vom Umfang der Operation ab. Nach einem kleineren laparoskopischen Eingriff können viele Patientinnen ihre alltäglichen Tätigkeiten innerhalb weniger Tage wieder aufnehmen. Nach umfangreicheren Endometrioseoperationen, insbesondere an Darm oder Blase, dauert die Erholung entsprechend länger. Auch die Dauer eines stationären Aufenthalts sowie der Zeitpunkt für die Rückkehr zu Arbeit und Sport hängen vom konkreten Eingriff und Ihrem individuellen Verlauf ab. Vor der Operation bespreche ich mit Ihnen, womit Sie in Ihrem Fall rechnen können.

Kann Endometriose bösartig werden?

Endometriose ist eine gutartige Erkrankung und keine Krebsvorstufe. Statistisch ist bei Frauen mit Endometriose das Risiko für bestimmte Formen von Eierstockkrebs etwas erhöht, das absolute Risiko bleibt jedoch niedrig. Endometriome werden deshalb anhand von Größe, Entwicklung, Beschwerden und Ultraschallbild beurteilt. Bei auffälligen Veränderungen oder einem unklaren Befund ist eine weiterführende Abklärung notwendig.

Hilft eine Ernährungsumstellung oder Bewegung?

Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können sinnvolle Bestandteile eines umfassenden Behandlungskonzepts sein. Erste Studien zeigen mögliche positive Effekte auf Schmerzen und Lebensqualität. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch noch begrenzt, und es gibt derzeit weder eine eindeutig empfohlene Endometriose-Diät noch ein bestimmtes Trainingsprogramm, dessen Wirkung zuverlässig belegt wäre. Solche Maßnahmen können die medizinische Behandlung sinnvoll ergänzen, ersetzen aber keine individuell notwendige medikamentöse oder operative Therapie.

Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen, starken Blutungen, Fieber oder Kreislaufproblemen wenden Sie sich bitte sofort an eine gynäkologische Notaufnahme oder rufen Sie 144.
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe · MedUni Wien

Von 1989 bis 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien, ab 1994 Gesamtoberarzt; Gründer und langjähriger Leiter der ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome.

Stand September 2026
Weiterführend
Myome
Gutartige Muskelknoten der Gebärmutter abklären und gebärmuttererhaltend behandeln.
Eierstockzysten
Zysten am Eierstock: Ultraschall-Beurteilung, kontrollieren oder operieren.
Minimal-invasive Operationen in Wien
Schonende Operationen über Bauchspiegelung und Gebärmutterspiegelung mit dem Ziel, die Gebärmutter zu erhalten.
Ihre Regelschmerzen bestimmen den Alltag?

Vereinbaren Sie Ihren Termin zur Endometriose-Abklärung telefonisch unter +43 1 317 660 0 oder per E-Mail an ordination@prof-obwegeser.at. Termine vergebe ich nach telefonischer Voranmeldung. Meine Ordination befindet sich in der Hörlgasse 14, Top 11, 1090 Wien. Bitte beachten Sie, dass sich der Eingang in der Liechtensteinstraße 8 befindet.

Termin online anfragen +43 1 317 660 0