Univ.-Prof. Dr. med.
Reinhard Obwegeser
Verhütung

Spirale und Hormonspirale in Wien

Die Spirale (Intrauterinpessar, IUD) wird in die Gebärmutter eingelegt und verhütet dort drei bis zehn Jahre. Es gibt zwei Prinzipien: Kupfer wirkt hormonfrei, die Hormonspirale gibt ein Gestagen ab und macht die Blutungen meist deutlich schwächer. Welche passt, hängt vor allem von Ihrem Blutungsmuster ab.

Dauer
Beratung 30 Min. Einlage 10–15 Min.
Narkose
keine auf Wunsch Schmerzmittel
Wirkdauer
Kupfer 5–10 Jahre Hormon 5–8 Jahre
Kosten
Einlage inkl. Spirale ab 390 €

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

Die Spirale ist sinnvoll, wenn:

Sie über Jahre verhüten wollen, ohne täglich daran zu denken
Sie stillen — beide Varianten sind in der Stillzeit möglich
Sie starke oder schmerzhafte Regelblutungen haben (dann meist Hormonspirale)
Sie keine Hormone möchten (dann Kupferspirale oder Kupferkette)
die Pille für Sie aus medizinischen Gründen nicht infrage kommt

Grob gesagt: Bei starken Blutungen die Hormonspirale, bei schwachen Blutungen und Hormonwunsch-Nein das Kupfermodell. Alles andere klären wir im Gespräch.

Der Ablauf bei mir

01
Beratung und Auswahl

Wir gehen Blutungsstärke, Regelschmerzen, Vorerkrankungen, Kinderwunsch-Zeitplan und Ihre Erfahrungen mit Hormonen durch und wählen Modell und Größe.

02
Untersuchung und Ultraschall

Ausmessen der Gebärmutterhöhle, Ausschluss von Infektion, Myomen und Auffälligkeiten. Bei Bedarf ein Abstrich vor der Einlage.

03
Einlage

Idealerweise gegen Ende der Regelblutung. Die Einlage selbst dauert wenige Minuten. Schmerzmittel eine Stunde vorher wird empfohlen.

04
Kontrolle

Ultraschall nach der ersten Regelblutung, danach jährlich. Ich prüfe Lage und Faden und dokumentiere den Wechseltermin.

Was Sie danach erwartet

Krampfartige Beschwerden und Schmierblutungen in den ersten Tagen sind normal.

Kupfer: Die Blutungen werden häufig stärker und etwas länger. Hormonspirale: Die Blutungen werden meist schwächer, bei einem Teil der Frauen setzen sie ganz aus — das ist unbedenklich.

Nach der Entfernung ist die Fruchtbarkeit sofort wieder gegeben, unabhängig von der Tragedauer.

Risiken und Grenzen

Beide Varianten sind sehr sicher. Die Unterschiede liegen weniger im Schutz als im Blutungsverhalten und in den Nebenwirkungen.

Die Spirale kann verrutschen oder ausgestoßen werden, meist in den ersten Monaten.

In den ersten drei Wochen nach der Einlage besteht ein leicht erhöhtes Infektionsrisiko. Fieber und zunehmende Schmerzen gehören sofort abgeklärt.

Sehr selten Verletzung der Gebärmutterwand bei der Einlage. Bei der Hormonspirale können in den ersten Monaten Schmierblutungen, Brustspannen oder Stimmungsschwankungen auftreten.

Fragen, die mir Patientinnen stellen

Welche Spirale ist die richtige für mich?

Bei starken, schmerzhaften Blutungen fahren die meisten Frauen mit der Hormonspirale besser. Wenn Sie hormonfrei bleiben möchten und normale Blutungen haben, ist die Kupferspirale oder die Kupferkette sinnvoll.

Tut die Einlage weh?

Kurz, ähnlich starken Regelschmerzen. Mit Schmerzmittel und in den letzten Tagen der Blutung ist es für die meisten gut auszuhalten. Eine Narkose ist nicht erforderlich.

Kann ich die Spirale auch ohne Kinder tragen?

Ja. Bei kleiner Gebärmutterhöhle wähle ich ein kleines Modell oder empfehle die Kupferkette.

Bleibt meine Regel aus?

Bei der Hormonspirale möglich und medizinisch unproblematisch. Bei Kupfer bleibt der Zyklus erhalten, die Blutung wird eher stärker.

Wie oft muss die Spirale gewechselt werden?

Je nach Modell nach fünf bis zehn Jahren. Den Termin halte ich in Ihrem Befund fest und erinnere Sie bei der jährlichen Kontrolle.

Was kostet die Einlage?

Ab 390 € inklusive Spirale, plus Beratung und Kontrolle. Ich bin Wahlarzt: Sie zahlen direkt und reichen die Honorarnote bei Ihrer Kasse ein.

Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei plötzlichen, sehr starken Unterbauchschmerzen, Fieber oder Kreislaufproblemen wenden Sie sich bitte sofort an eine gynäkologische Notaufnahme oder rufen Sie 144.
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe · MedUni Wien

Schwerpunkt Endometriose, Myome und Eierstockzysten; ehemaliger Leiter der ZEM-Ambulanz am AKH Wien, über 90 wissenschaftliche Arbeiten.

Medizinisch geprüft am 31.08.2026 Nächste Prüfung 08/2027
Quellen
ÖGGG — Empfehlungen zur Kontrazeption WHO Medical eligibility criteria for contraceptive use, aktuelle Fassung FSRH Clinical Guideline — Intrauterine contraception Fachinformationen der Hersteller (Kupfer- und Hormonspiralen)
Weiterführend
Kupferkette (GyneFix)
Hormonfrei, besonders für kleine Gebärmutterhöhlen.
Myome
Starke Blutungen können auch von Myomen kommen.
Kontakt und Termin
Beratungstermin vereinbaren.
Sie überlegen, auf die Spirale zu wechseln?

Fragen Sie online an oder rufen Sie an. Für ein Erstgespräch mit Untersuchung plane ich 45 Minuten ein; bringen Sie bitte Vorbefunde und eine Liste Ihrer Medikamente mit.

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