Chronischer Beckenschmerz und Beckenboden in Wien
Chronischer Beckenschmerz, in der Fachsprache Chronic Pelvic Pain oder kurz CPP, bezeichnet anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch und im kleinen Becken, die meist über mindestens sechs Monate bestehen. Hinter den Beschwerden steckt häufig nicht nur eine einzelne Ursache. Oft wirken gynäkologische, urologische, gastroenterologische, muskuläre und nervale Faktoren zusammen. In meiner Privatordination in 1090 Wien nehme ich mir die Zeit, Ihre Beschwerden in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Seite ist die Beckenbodenschwäche mit Senkungsbeschwerden. Beide Beschwerdebilder erfordern häufig eine individuelle Behandlung, bei der mehrere Faktoren berücksichtigt werden.
Was ist chronischer Beckenschmerz und wie entsteht er?
Im kleinen Becken liegen Gebärmutter, Eierstöcke, Blase, Enddarm, Beckenbodenmuskulatur sowie zahlreiche Nerven auf engem Raum. Schmerzsignale aus unterschiedlichen Strukturen können sich überschneiden und gegenseitig beeinflussen. Deshalb können sehr unterschiedliche Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen. Typisch sind ziehende, drückende, brennende oder krampfartige Schmerzen, die dauerhaft bestehen oder immer wieder auftreten.
Welche Ursachen kommen infrage?
Zu den möglichen gynäkologischen Ursachen gehören:
Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen können wichtige Hinweise geben. Daneben kommen Ursachen außerhalb der Gynäkologie infrage, beispielsweise Erkrankungen der Blase oder des Darms, muskuläre Beschwerden oder eine Vulvodynie, also anhaltende Schmerzen im Bereich der Vulva ohne eindeutig erkennbare Ursache.
Manchmal lässt sich keine einzelne organische Ursache feststellen. Dann ist es besonders wichtig, die verschiedenen möglichen Faktoren systematisch zu beurteilen. Mehr über Endometriose lesen Sie unter Endometriose.
Warum können Schmerzen chronisch werden?
Bei länger bestehenden Schmerzen kann sich die Verarbeitung von Schmerzreizen im Nervensystem verändern. Mediziner sprechen unter anderem von peripherer oder zentraler Sensibilisierung. Das Nervensystem reagiert dann empfindlicher auf Reize, sodass Schmerzen fortbestehen oder stärker wahrgenommen werden können, selbst wenn der ursprüngliche Auslöser nicht mehr im gleichen Maß vorhanden ist.
Auch Stress, Schlafmangel, Muskelanspannung und die dauerhafte Belastung durch Schmerzen können die Beschwerden verstärken. Deshalb greift bei chronischem Beckenschmerz die Suche nach nur einer körperlichen Ursache häufig zu kurz.
Wann sollten Sie mit Beckenschmerzen zu mir kommen?
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn Unterbauch- oder Beckenschmerzen über längere Zeit wiederkehren oder anhalten. Sie sollten auch untersucht werden, wenn Ihre Regelblutung so schmerzhaft ist, dass sie Ihren Alltag regelmäßig beeinträchtigt oder Sie häufig Schmerzmittel benötigen. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen sowie neu aufgetretene Beschwerden nach einer Operation sollten abgeklärt werden.
Wenn bereits frühere Befunde, Operationsberichte oder bildgebende Untersuchungen vorliegen, bringen Sie diese bitte mit. Gerade bei chronischen Schmerzen kann die Zusammenschau der bisherigen Untersuchungen wichtige Hinweise geben.
Wie gehe ich bei chronischem Beckenschmerz vor?
Alles beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Ich möchte wissen, wann die Schmerzen begonnen haben, ob sie mit dem Zyklus zusammenhängen, wodurch sie stärker oder schwächer werden und welche Auswirkungen sie auf Alltag, Schlaf und Sexualität haben. Auch frühere Operationen, Entzündungen und bisherige Behandlungen sind wichtig.
Anschließend folgt eine gynäkologische Untersuchung einschließlich einer vorsichtigen Tastuntersuchung. Dabei achte ich auch auf schmerzhafte oder verspannte Bereiche des Beckenbodens.
Der transvaginale Ultraschall ermöglicht die Beurteilung von Gebärmutter und Eierstöcken und kann beispielsweise Myome, Eierstockzysten oder Hinweise auf eine tiefe Endometriose zeigen. Normale Eileiter sind im Ultraschall hingegen meist nicht darstellbar. Je nach Beschwerden und Befund können weitere Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie oder eine Abklärung durch Urologie, Gastroenterologie, Schmerzmedizin oder spezialisierte Physiotherapie sinnvoll sein.
Eine Bauchspiegelung ist heute nicht bei jeder Patientin mit Verdacht auf Endometriose notwendig. Sie kann jedoch sinnvoll sein, wenn die Bildgebung keine ausreichende Erklärung liefert, eine medikamentöse Behandlung nicht hilft oder ein Befund gleichzeitig operativ behandelt werden soll. Mehr dazu lesen Sie unter Minimal-invasive Operationen in Wien.
Welche Behandlung hilft bei chronischem Beckenschmerz?
Die Behandlung richtet sich nach den vermuteten Ursachen und kann mehrere Bausteine umfassen. Dazu gehören je nach Situation:
Regelmäßige Bewegung kann bei chronischen Schmerzen das allgemeine Wohlbefinden, die körperliche Belastbarkeit und die Schmerzverarbeitung positiv beeinflussen. Sie ersetzt jedoch keine notwendige medizinische Behandlung und wird individuell an Ihre Beschwerden angepasst.
Bei einer verspannten oder schmerzhaften Beckenbodenmuskulatur kann eine spezialisierte Beckenbodenphysiotherapie besonders sinnvoll sein. Chronischer Beckenschmerz ist häufig ein interdisziplinäres Problem. Deshalb koordiniere ich bei Bedarf die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachgebieten.
Was hat Beckenbodenschwäche mit Senkung zu tun?
Der Beckenboden besteht aus Muskeln und Bindegewebe und trägt unter anderem Blase, Gebärmutter, Scheide und Enddarm. Werden diese Strukturen geschwächt, können sich Beckenorgane nach unten verlagern. Man spricht dann von einer Senkung oder einem Beckenorganprolaps.
Typische Beschwerden sind ein Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide, das sich bei längerem Stehen oder körperlicher Belastung verstärken kann. Auch Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang können auftreten. Harnverlust beim Husten, Lachen oder Sport kann gleichzeitig bestehen, ist aber nicht bei jeder Senkung vorhanden.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören Schwangerschaft und vaginale Geburten, zunehmendes Alter sowie eine individuelle Bindegewebsschwäche. Auch Übergewicht, chronische Verstopfung, häufiges schweres Heben oder chronischer Husten können eine Rolle spielen.
Eine Senkung ist in der Regel eine gutartige Erkrankung, kann die Lebensqualität aber erheblich beeinträchtigen. Sie muss sich nicht zwangsläufig verschlechtern. Bei manchen Frauen bleibt sie über längere Zeit stabil oder bessert sich sogar.
Wie behandle ich Beckenbodenschwäche und Senkung?
Bei einer leichten bis mäßigen Senkung ist gezieltes Beckenbodentraining eine wichtige Behandlungsmöglichkeit. Besonders sinnvoll ist ein strukturiertes Training unter fachkundiger Anleitung, damit die Muskulatur tatsächlich richtig angespannt und trainiert wird. Leitlinien empfehlen bei geeigneten Patientinnen ein betreutes Beckenbodentraining über mehrere Monate.
Regelmäßigkeit ist dabei entscheidend. Deshalb empfehle ich zusätzlich Bewegungsformen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Pilates kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn Beckenboden und Rumpfmuskulatur unter guter Anleitung trainiert werden. Es ersetzt jedoch kein gezieltes Beckenbodentraining, wenn eine Senkung oder Inkontinenz behandelt werden soll.
Reicht das nicht aus, können Pessare eingesetzt werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Ringe oder Würfel, die in die Scheide eingelegt werden und die abgesunkenen Organe stützen. Sie können allein oder gemeinsam mit Beckenbodentraining verwendet werden.
Bei Beschwerden des Scheiden- und Harntrakts nach der Menopause kann zusätzlich eine lokale Östrogenbehandlung sinnvoll sein. Sie verbessert vor allem die Schleimhautbeschwerden, ist aber keine eigenständige Behandlung der Senkung.
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder von der Patientin nicht gewünscht werden, kann eine Operation besprochen werden. Ob sie sinnvoll ist, hängt vor allem von der Stärke der Beschwerden, dem Ausmaß der Senkung und den persönlichen Wünschen ab.
Warum sollten Sie mit Beckenschmerzen zu Prof. Obwegeser kommen?
Chronischer Beckenschmerz liegt an der Schnittstelle mehrerer meiner langjährigen klinischen Schwerpunkte. Von 1989 bis Ende 2023 war ich an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien tätig. 2003 gründete ich dort die ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome und leitete sie bis Ende 2023.
Über viele Jahre habe ich Patientinnen mit Endometriose, Myomen, Zysten und komplexen chronischen Beckenschmerzen behandelt. Auch die minimal-invasive Chirurgie gehört seit Jahrzehnten zu meinen Schwerpunkten. Wenn eine Operation sinnvoll ist, kann sie Teil der Behandlung sein. Bei chronischen Schmerzen ist sie jedoch nicht automatisch die richtige Lösung.
Ebenso wichtig ist mir, körperliche und psychische Faktoren nicht getrennt voneinander zu betrachten. Chronischer Schmerz kann durch Veränderungen der Schmerzverarbeitung, Muskelanspannung, Schlafprobleme und Stress beeinflusst werden. Deshalb braucht es häufig einen Behandlungsplan, der mehrere dieser Faktoren berücksichtigt.
Was gilt für wiederkehrende Scheidenbeschwerden?
Wiederkehrende Beschwerden im Vaginalbereich können verschiedene Ursachen haben. Neben wiederkehrenden Pilzinfektionen kommen beispielsweise Veränderungen der Scheidenflora, bakterielle Infektionen, Hauterkrankungen oder andere Ursachen infrage.
Bei Beschwerden, die immer wieder auftreten, ist es deshalb sinnvoll, die Diagnose zu überprüfen, bevor wiederholt auf Verdacht mit Zäpfchen oder Cremes behandelt wird. Bei wiederkehrender Vulvovaginalkandidose können beispielsweise ein Abstrich beziehungsweise eine Kultur oder PCR sinnvoll sein, um Candida nachzuweisen und die genaue Art zu bestimmen. Als wiederkehrende Vulvovaginalkandidose gelten meist mindestens drei symptomatische Episoden innerhalb eines Jahres.
Ziel ist nicht nur, die aktuellen Beschwerden zu behandeln, sondern mögliche begünstigende Faktoren zu erkennen und eine passende längerfristige Therapie festzulegen.
Was kostet die Behandlung und was übernimmt die Kasse?
Ich führe eine Privatordination ohne Kassenvertrag. Nach dem Termin erhalten Sie eine Honorarnote, die Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger zur Kostenerstattung einreichen können. Die Höhe der Rückerstattung richtet sich nach Versicherungsträger und erbrachten Leistungen. Bei einer privaten Operation erhalten Sie vorab einen Kostenvoranschlag, den Sie gegebenenfalls bei Ihrer Zusatzversicherung einreichen können. Den konkreten Betrag für Ihr Anliegen nennt Ihnen mein Team gerne vorab am Telefon.
Ab wann gilt ein Beckenschmerz als chronisch?
Von chronischem Beckenschmerz spricht man häufig bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden über mehrere Monate, oft ab einer Dauer von etwa sechs Monaten. Sie müssen mit einer Abklärung aber nicht so lange warten. Wenn Schmerzen wiederkehren oder Ihren Alltag deutlich beeinträchtigen, sollten sie untersucht werden.
Kann der Schmerz bleiben, obwohl die Ursache behandelt wurde?
Ja. Bei länger bestehenden Schmerzen kann sich die Schmerzverarbeitung im Nervensystem verändern. Diese sogenannte Sensibilisierung kann dazu führen, dass Beschwerden weiterbestehen, obwohl der ursprüngliche Auslöser behandelt wurde. Deshalb kann es sinnvoll sein, die medizinische Behandlung mit Bewegung, Physiotherapie, Schmerztherapie und gegebenenfalls weiteren unterstützenden Verfahren zu kombinieren.
Muss bei einer Senkung immer operiert werden?
Nein. Bei vielen Frauen können Beckenbodentraining oder ein Pessar die Beschwerden ausreichend lindern. Bei Beschwerden nach der Menopause kann zusätzlich eine lokale Östrogenbehandlung sinnvoll sein. Eine Operation kommt infrage, wenn die Beschwerden trotz konservativer Behandlung fortbestehen oder wenn eine Patientin eine operative Lösung bevorzugt.
Welche Sportart ist bei Beckenschmerzen oder Senkung geeignet?
Regelmäßige Bewegung ist grundsätzlich sinnvoll, sollte aber an die Beschwerden angepasst werden. Bei einer Beckenbodenschwäche empfehle ich vor allem gezieltes Beckenbodentraining. Pilates kann unter fachkundiger Anleitung eine gute Ergänzung sein.
Wenn bestimmte Sportarten Druckgefühl, Harnverlust oder Senkungsbeschwerden verstärken, sollte das Training entsprechend angepasst werden. Für allgemeine körperliche Aktivität gibt es derzeit keine ausreichenden Belege dafür, dass sie eine Senkung grundsätzlich verbessert oder verschlechtert.
Was soll ich zum ersten Termin mitbringen?
Bringen Sie vorhandene Befunde, Operationsberichte, Ultraschall- oder MRT-Bilder sowie eine Liste Ihrer Medikamente mit. Bei Beckenschmerzen kann zusätzlich ein Schmerztagebuch über einige Wochen hilfreich sein, in dem Sie Zeitpunkt, Stärke, Begleitsymptome und gegebenenfalls den Zyklustag notieren.
Von 1989 bis 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien, ab 1994 Gesamtoberarzt; Gründer und langjähriger Leiter der ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome.
Wenn Sie unter Beckenschmerzen, einer Senkung oder wiederkehrenden Beschwerden im Vaginalbereich leiden, vereinbaren Sie einen Termin unter +43 1 317 660 0 oder per E-Mail an ordination@prof-obwegeser.at. Meine Privatordination befindet sich in der Hörlgasse 14, Top 11, 1090 Wien. Bitte beachten Sie: Der Eingang befindet sich in der Liechtensteinstraße 8.