Univ.-Prof. Dr. med.
Reinhard Obwegeser
ZEM · Eierstockzysten

Eierstockzysten in Wien abklären

Eine Eierstockzyste ist ein Hohlraum beziehungsweise eine zystische Veränderung im oder am Eierstock, die meist mit Flüssigkeit gefüllt ist. Der Befund klingt für viele Frauen zunächst bedrohlich, ist aber in der großen Mehrheit der Fälle gutartig. Vor den Wechseljahren entstehen viele Zysten im Rahmen des normalen Zyklus und bilden sich von selbst zurück. Entscheidend ist deshalb, diejenigen Befunde zu erkennen, die genauer beobachtet oder behandelt werden müssen, und unnötige Eingriffe bei harmlosen Veränderungen zu vermeiden. Die Ultraschalldiagnostik von Veränderungen an den Eierstöcken gehört seit Beginn meiner wissenschaftlichen Laufbahn zu meinen Schwerpunkten. In meiner Privatordination in 1090 Wien beurteile ich Ihren Befund und erkläre Ihnen, was er bedeutet, ob eine Kontrolle erforderlich ist und welche Behandlung gegebenenfalls sinnvoll ist.

Welche Arten von Eierstockzysten gibt es?

Funktionelle Zysten

Am häufigsten sind vor den Wechseljahren sogenannte funktionelle Zysten. Sie entstehen im Zusammenhang mit dem normalen Zyklus. Jeden Monat reift im Eierstock ein Eibläschen, ein sogenannter Follikel, heran. Kommt es nicht wie üblich zum Eisprung, kann der Follikel weiterbestehen und sich vergrößern. Man spricht dann von einer Follikelzyste. Nach dem Eisprung entsteht aus dem Follikel der Gelbkörper, der unter anderem Progesteron für die zweite Zyklushälfte produziert. Auch der Gelbkörper kann sich vergrößern oder mit Flüssigkeit beziehungsweise Blut füllen. Solche funktionellen Zysten bilden sich häufig innerhalb von ein bis drei Zyklen von selbst zurück und benötigen meist keine Behandlung.

Endometriome

Endometriome, umgangssprachlich auch Schokoladenzysten genannt, entstehen im Zusammenhang mit einer Endometriose. Dabei befindet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, im Bereich des Eierstocks. Die Zysten können sich mit altem, eingedicktem Blut füllen und zeigen im Ultraschall häufig ein charakteristisches Erscheinungsbild. Endometriome bilden sich im Gegensatz zu funktionellen Zysten in der Regel nicht spontan zurück und können unter anderem bei Schmerzen und Kinderwunsch eine Rolle spielen. Mehr dazu finden Sie auf der Seite zur Endometriose.

Dermoidzysten und Zystadenome

Dermoidzysten, medizinisch meist als reife zystische Teratome bezeichnet, sind gutartige Keimzelltumoren. Sie können unterschiedliche Gewebearten wie Haut, Haare, Fett oder gelegentlich auch knöcherne beziehungsweise zahnähnliche Strukturen enthalten. Sie bilden sich nicht von selbst zurück.

Zystadenome sind in der Regel gutartige epitheliale Tumoren des Eierstocks. Sie können einen zystischen Aufbau haben und teilweise eine erhebliche Größe erreichen.

Neben diesen gutartigen Veränderungen gibt es selten auch bösartige Tumoren oder sogenannte Borderline-Tumoren, die zunächst wie eine Zyste oder zystische Raumforderung erscheinen können. Deshalb beurteile ich bei jedem Befund sorgfältig, wie wahrscheinlich eine gutartige Veränderung ist und ob weitere Untersuchungen notwendig sind.

Wann sollten Sie eine Eierstockzyste abklären lassen?

Viele Eierstockzysten werden zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt und verursachen keinerlei Beschwerden. Wenn Ihnen bereits eine Zyste mitgeteilt wurde, ist vor allem wichtig zu klären:

·um welche Art von Veränderung es sich wahrscheinlich handelt,
·wie groß sie ist,
·wie sie im Ultraschall aussieht,
·ob Beschwerden bestehen und
·ob beziehungsweise wann eine Kontrolle notwendig ist.

Welche Beschwerden können Eierstockzysten verursachen?

Mögliche Beschwerden sind:

·einseitige Unterbauchschmerzen oder ein Druckgefühl,
·Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,
·Völlegefühl oder Druck im Bauch,
·häufiger Harndrang bei größeren Befunden sowie
·bei manchen funktionellen Zysten Veränderungen des Zyklus.

Diese Beschwerden sind allerdings nicht spezifisch für eine Eierstockzyste. Unterbauchschmerzen können beispielsweise auch vom Darm, von der Blase, von den Harnwegen oder von anderen gynäkologischen Erkrankungen ausgehen. Wenn der Befund oder die Beschwerden nicht eindeutig gynäkologisch zu erklären sind, kann deshalb eine zusätzliche Abklärung beispielsweise durch Urologie oder Chirurgie sinnvoll sein.

Eierstockzysten und Kinderwunsch

Auch bei unerfülltem Kinderwunsch sollten Veränderungen der Eierstöcke sorgfältig beurteilt werden. Eine einfache funktionelle Zyste beeinträchtigt die Fruchtbarkeit normalerweise nicht. Anders kann es bei Endometriomen sein. Sie können im Zusammenhang mit einer Endometriose die Fruchtbarkeit beeinflussen. Gleichzeitig kann auch eine Operation am Eierstock die vorhandene Eizellreserve reduzieren. Deshalb muss insbesondere bei Kinderwunsch sorgfältig entschieden werden, ob eine Operation tatsächlich einen Vorteil bringt.

Eierstockzysten in der Schwangerschaft

Auch während einer Schwangerschaft werden bei Ultraschalluntersuchungen gelegentlich Zysten am Eierstock entdeckt. Häufig handelt es sich in der Frühschwangerschaft um einen vergrößerten Gelbkörper. Dieser produziert Progesteron und unterstützt damit die frühe Schwangerschaft, bis die Plazenta die Hormonproduktion zunehmend übernimmt.

Viele einfache Zysten bilden sich im Verlauf der Schwangerschaft von selbst zurück und benötigen lediglich eine sonografische Beobachtung.

Bleibt eine Zyste bestehen, ist sie groß oder zeigt sie im Ultraschall komplexe beziehungsweise auffällige Merkmale, sind weitere Kontrollen sinnvoll. Eine Operation während der Schwangerschaft ist nur in ausgewählten Situationen notwendig, beispielsweise bei erheblichen Beschwerden, Komplikationen oder einem verdächtigen Befund.

Eierstockzysten nach den Wechseljahren

Nach den Wechseljahren finden keine normalen Eisprünge mehr statt, sodass typische zyklusbedingte funktionelle Zysten nicht mehr zu erwarten sind. Trotzdem können auch nach der Menopause einfache, gutartige Eierstockzysten auftreten.

Ein solcher Befund sollte anhand von Größe und Ultraschallmerkmalen sowie gegebenenfalls unter Einbeziehung von Blutwerten beurteilt werden. Nicht jede Zyste nach den Wechseljahren muss operiert oder dauerhaft kontrolliert werden.

Sehr kleine, einfache, einkammerige Zysten können je nach Befund sogar ohne weitere Verlaufskontrollen auskommen. Bei größeren, komplexen oder auffälligen Veränderungen ist dagegen eine genauere Abklärung notwendig.

Welche Zeichen sind ein Notfall?

Die meisten Eierstockzysten verursachen keine akuten Probleme. In seltenen Fällen können jedoch Komplikationen auftreten.

Stieldrehung des Eierstocks

Bei einer sogenannten Adnextorsion dreht sich der Eierstock – häufig zusammen mit einer Zyste – um seine Aufhängung. Dadurch kann die Blutversorgung des Eierstocks beeinträchtigt werden.

Typisch sind:

·plötzlich einsetzende, starke und meist einseitige Unterbauchschmerzen,
·häufig Übelkeit und Erbrechen sowie
·teilweise Schmerzen, die zunächst kommen und gehen und anschließend anhalten.

Eine Adnextorsion ist ein gynäkologischer Notfall und muss rasch ärztlich abgeklärt werden. Eine frühzeitige Behandlung erhöht die Chance, die normale Funktion des Eierstocks zu erhalten.

Ruptur einer Eierstockzyste

Eine Zyste kann auch einreißen beziehungsweise platzen. Viele solche Rupturen verlaufen unkompliziert, können aber plötzlich starke Schmerzen verursachen. Wenn eine Zyste zusätzlich blutet, kann es in seltenen Fällen zu einer stärkeren Blutung in den Bauchraum kommen.

Wann sollten Sie sofort ins Krankenhaus?

Suchen Sie bei plötzlich auftretenden starken Unterbauchschmerzen insbesondere dann sofort medizinische Hilfe, wenn zusätzlich

·Übelkeit oder Erbrechen,
·Schwindel,
·Kreislaufschwäche oder Ohnmacht,
·eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands oder
·Fieber

Auftreten. Warten Sie in einer solchen Situation nicht auf einen Termin in der Ordination, sondern wenden Sie sich an eine Spitalsambulanz beziehungsweise bei einem akuten Notfall an die Rettung.

Wie gehe ich bei einer Eierstockzyste vor?

Alles beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden, Ihren Zyklus, frühere Befunde und Ihre Familienplanung. Wenn bereits Ultraschallbilder, Befunde oder Operationsberichte vorhanden sind, bringen Sie diese bitte mit. Gerade bei Eierstockzysten ist der Verlauf über die Zeit eine wichtige Information.

Ultraschall als wichtigste Untersuchung

Anschließend folgt die gynäkologische Untersuchung mit transvaginalem Ultraschall. Er ist die wichtigste bildgebende Untersuchung zur Beurteilung einer Eierstockzyste.

Dabei achte ich insbesondere auf:

·Größe und Lage der Veränderung,
·Wand und Begrenzung,
·flüssige und feste Anteile,
·mögliche Kammern beziehungsweise Septen,
·Strukturen im Inneren der Zyste sowie
·die Durchblutung im Farbdoppler.

Eine einfache Zyste ist typischerweise einkammerig, dünnwandig und mit klarer Flüssigkeit gefüllt. Feste Anteile, unregelmäßige Strukturen, bestimmte Papillen oder eine auffällige Gefäßversorgung können dagegen Anlass für eine genauere Abklärung sein.

Die sonografische Beurteilung von Veränderungen an den Eierstöcken war bereits zu Beginn meiner Tätigkeit an der Universitätsfrauenklinik ein wissenschaftlicher Schwerpunkt. Dazu habe ich mehrere Arbeiten veröffentlicht. Diese langjährige Erfahrung hilft mir heute dabei, das individuelle Risiko eines Befundes einzuschätzen und unnötige Eingriffe zu vermeiden.

Wann sind Blutuntersuchungen oder ein MRT sinnvoll?

Tumormarker sind nicht bei jeder Eierstockzyste notwendig. Bei einer eindeutig einfachen Zyste vor den Wechseljahren sind sie in der Regel nicht erforderlich. Bei bestimmten komplexen oder auffälligen Befunden können Blutuntersuchungen zusätzliche Informationen liefern. Dazu gehört je nach Situation beispielsweise der Tumormarker CA 125. Ein erhöhter Wert bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine bösartige Erkrankung vorliegt: Auch Endometriose, Entzündungen und andere gutartige Erkrankungen können den Wert erhöhen. Bei starken oder länger anhaltenden Blutungen können zusätzlich Blutbild und Eisenstatus sinnvoll sein.

Wenn sich ein Befund im Ultraschall nicht ausreichend beurteilen lässt oder für die weitere Behandlungsplanung zusätzliche Informationen notwendig sind, kann eine Magnetresonanztomographie, kurz MRT, sinnvoll sein.

Wann reicht es, eine Eierstockzyste zu beobachten?

Bei einer einfachen, unauffälligen Zyste vor den Wechseljahren ist häufig keine Behandlung notwendig. Kleine einfache Zysten bilden sich oft innerhalb weniger Zyklen von selbst zurück. Bei asymptomatischen einfachen Zysten unter fünf Zentimetern ist häufig nicht einmal eine routinemäßige Verlaufskontrolle erforderlich.

Ob ich einen Befund kontrolliere und in welchem Abstand, hängt deshalb unter anderem ab von:

·Größe und Ultraschallbild,
·Ihren Beschwerden,
·Ihrem Alter und Menopausenstatus,
·Veränderungen gegenüber früheren Untersuchungen sowie
·der vermuteten Art der Zyste.

Wenn der Befund wahrscheinlich funktionell ist, aber eine Verlaufskontrolle sinnvoll erscheint, kann beispielsweise nach einigen Wochen beziehungsweise nach einem oder mehreren Zyklen erneut untersucht werden.

Helfen Hormone gegen funktionelle Zysten?

Eine bereits bestehende funktionelle Zyste verschwindet durch die Einnahme der Pille nicht schneller. Hormonelle Verhütungsmittel, die den Eisprung unterdrücken, können jedoch die Entstehung neuer funktioneller Zysten beeinflussen. Ob eine solche Behandlung sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, ob ohnehin eine hormonelle Verhütung gewünscht wird. Eine unkomplizierte funktionelle Zyste benötigt meist keine eigene medikamentöse Therapie.

Wann sollte eine Eierstockzyste operiert werden?

Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn eine Zyste

·deutliche oder wiederkehrende Beschwerden verursacht,
·im Verlauf wächst oder bestehen bleibt,
·im Ultraschall komplexe oder auffällige Merkmale zeigt,
·aufgrund ihrer Größe Probleme verursacht,
·zu einer Komplikation wie einer Stieldrehung geführt hat oder
·aufgrund des Gesamtbefundes nicht ausreichend sicher als gutartig eingeschätzt werden kann.

Nicht jede Endometriose- oder Dermoidzyste muss allein aufgrund ihrer Diagnose operiert werden. Alter, Beschwerden, Größe, Verlauf, Kinderwunsch und Ultraschallbild müssen dabei gemeinsam berücksichtigt werden.

Schonende Operation mit Erhalt des Eierstocks

Wenn eine Operation notwendig ist und der Befund gutartig erscheint, erfolgt sie häufig minimal-invasiv über eine Bauchspiegelung, die sogenannte Laparoskopie. Dabei ist es insbesondere bei Frauen vor den Wechseljahren mein Ziel, die Zyste zu entfernen und möglichst viel gesundes Eierstockgewebe zu erhalten. Das ist bei Kinderwunsch besonders wichtig, da im Eierstock die Eizellreserve liegt.

Ob eine Operation über wenige kleine Zugänge möglich ist oder in seltenen Fällen ein größerer Bauchschnitt notwendig wird, hängt von Größe und Beschaffenheit des Befundes sowie vom Verdacht auf eine bösartige Erkrankung ab.

Entferntes Gewebe wird anschließend feingeweblich untersucht. In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, nicht nur die Zyste, sondern den betroffenen Eierstock beziehungsweise Eierstock und Eileiter zu entfernen. Das kann beispielsweise bei einem stark auffälligen Befund, einem vollständig von der Veränderung eingenommenen Eierstock oder in bestimmten Situationen nach den Wechseljahren notwendig sein. Dieses Vorgehen bespreche ich nach Möglichkeit vor der Operation ausführlich mit Ihnen.

Was gilt bei Endometriomen?

Bei Endometriomen ist die Entscheidung zur Operation besonders sorgfältig abzuwägen. Sowohl die Erkrankung selbst als auch eine Operation am Eierstock können Einfluss auf die Eierstockreserve haben. Bei kleinen, beschwerdearmen Endometriomen kann daher eine Beobachtung sinnvoller sein als eine Operation. Auch vor einer künstlichen Befruchtung werden Endometriome nicht routinemäßig entfernt, nur um die Schwangerschaftschancen zu verbessern. Eine Operation kann dagegen beispielsweise bei starken Schmerzen, einem auffälligen oder unklaren Befund oder aus anderen individuellen Gründen sinnvoll sein.

Wenn ein Endometriom operiert wird, wird nach Möglichkeit die Zystenwand entfernt und gleichzeitig darauf geachtet, gesundes Eierstockgewebe möglichst zu schonen. Die Zystenentfernung senkt gegenüber einer bloßen Entleerung das Risiko für ein Wiederauftreten, muss aber gegen eine mögliche Beeinträchtigung der Eierstockreserve abgewogen werden. Mehr dazu finden Sie auf der Seite zur Endometriose.

Müssen Dermoidzysten immer operiert werden?

Nein. Auch bei einer Dermoidzyste hängt die Entscheidung von Größe, Beschwerden, Wachstum, Alter und Ultraschallbefund ab. Dermoidzysten bilden sich zwar nicht von selbst zurück und können im Laufe der Zeit wachsen. Größere Dermoidzysten erhöhen außerdem das Risiko einer Stieldrehung des Eierstocks.

Kleinere, eindeutig gutartig erscheinende und beschwerdefreie Dermoidzysten können in ausgewählten Fällen jedoch auch beobachtet werden. Eine Operation allein aufgrund der Diagnose ist nicht grundsätzlich notwendig.

Wo finden die Operationen statt?

Seit meinem Ausscheiden aus der Universitätsfrauenklinik Ende 2023 führe ich Eingriffe nicht mehr im Rahmen meiner Tätigkeit am AKH Wien durch. Je nach Eingriff und individueller Vereinbarung können Operationen unter anderem in der Privatklinik Confraternität & Goldenes Kreuz oder in der Privatklinik Döbling stattfinden. Nach einer Operation vereinbaren wir die Kontrollen entsprechend dem Eingriff und Ihrem Heilungsverlauf. Dabei bespreche ich mit Ihnen auch den feingeweblichen Befund.

Warum mit einer Eierstockzyste zu Prof. Obwegeser?

Langjährige Erfahrung in der Ultraschalldiagnostik

Ich bin seit 1993 Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und war ab 1994 als Oberarzt an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien tätig. Ende 2023 bin ich aus der Universitätsfrauenklinik ausgeschieden. Die Ultraschallbeurteilung von Veränderungen an den Eierstöcken war der Ausgangspunkt meiner wissenschaftlichen Arbeit und gehört seit Jahrzehnten zu meinen Schwerpunkten. 2003 habe ich am AKH Wien die ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome gegründet und sie bis Ende 2023 geleitet. Das „Z“ in ZEM steht für Zysten.

Entscheidend ist auch, wann nicht operiert werden muss

Bei Eierstockzysten greifen zwei meiner langjährigen Schwerpunkte unmittelbar ineinander: die gynäkologische Ultraschalldiagnostik und die minimal-invasive Chirurgie. Dabei ist mir wichtig, nicht nur zu erkennen, wann eine Operation notwendig ist, sondern ebenso, wann sie vermieden werden kann. Viele Zysten sind gutartig und benötigen keine operative Behandlung.

Wenn Ihnen bereits zu einer Operation geraten wurde, können Sie auch für eine zweite Einschätzung zu mir kommen. Ich beurteile den Befund erneut und bespreche mit Ihnen die möglichen Vor- und Nachteile von Beobachtung und Behandlung.

In der Ordination zeige ich Ihnen Ihren Ultraschallbefund am Bildschirm und erkläre Ihnen, worauf es bei seiner Beurteilung ankommt. Sie sollen nachvollziehen können, warum ich eine Kontrolle oder eine Operation empfehle und wie der weitere Plan aussieht.

Was kostet die Abklärung?

Meine Ordination ist eine Privatordination ohne Kassenvertrag. Nach der Untersuchung erhalten Sie eine Honorarnote, die Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger zur Kostenerstattung einreichen können. Die Höhe der Rückerstattung richtet sich nach dem jeweiligen Versicherungsträger und den erbrachten Leistungen.

Eine private Zusatzversicherung kann abhängig von Ihrem Vertrag weitere Kosten ganz oder teilweise übernehmen.

Vor einer geplanten Operation erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag, sodass Sie die Kosten mit Ihrer privaten Versicherung klären und gegebenenfalls eine Deckungszusage einholen können. Den konkreten Betrag für Ihr Anliegen nennen wir Ihnen gerne vorab am Telefon. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zur Ordination.

Häufige Fragen zu Eierstockzysten

Verschwindet eine Eierstockzyste von selbst?

Das hängt von der Art der Zyste ab. Funktionelle Zysten, die im Zusammenhang mit dem normalen Zyklus entstehen, bilden sich häufig innerhalb weniger Wochen oder einiger Zyklen von selbst zurück. Endometriome, Dermoidzysten und Zystadenome bilden sich dagegen normalerweise nicht spontan zurück.

Im Ultraschall lässt sich häufig bereits recht gut einschätzen, um welche Art von Veränderung es sich handelt. In manchen Fällen zeigt erst der Verlauf oder die feingewebliche Untersuchung nach einer Operation die endgültige Diagnose.

Ist eine Zyste am Eierstock gefährlich?

Die große Mehrheit der Eierstockzysten ist gutartig, insbesondere vor den Wechseljahren. Bestimmte Ultraschallmerkmale können darauf hinweisen, dass ein Befund genauer abgeklärt werden sollte. Dazu gehören beispielsweise feste Anteile, unregelmäßige Strukturen oder bestimmte Formen der Durchblutung.

Das Ultraschallbild erlaubt eine Risikoeinschätzung, kann eine bösartige Erkrankung aber nicht in jedem Fall sicher ausschließen.

Nach den Wechseljahren werden neue oder komplexe Veränderungen besonders sorgfältig beurteilt. Gleichzeitig sind auch in dieser Lebensphase viele einfache Zysten gutartig und müssen nicht automatisch operiert werden.

Kann ich mit einer Eierstockzyste schwanger werden?

Ja. Eine einfache funktionelle Zyste beeinträchtigt die Fruchtbarkeit normalerweise nicht. Endometriome können dagegen im Zusammenhang mit Endometriose und Kinderwunsch eine Rolle spielen. Gleichzeitig kann auch eine Operation am Eierstock die Eizellreserve beeinträchtigen.

Bei Kinderwunsch ist deshalb nicht automatisch eine Entfernung sinnvoll. Ich bespreche mit Ihnen individuell, ob Beobachten oder Operieren für Ihre Situation die bessere Strategie ist.

Wie groß muss eine Zyste sein, damit sie operiert wird?

Es gibt keine feste Größe, ab der jede Eierstockzyste operiert werden muss.

Entscheidend sind vor allem:

Art und Ultraschallbild der Zyste,

Beschwerden,

Verlauf und Wachstum,

Alter und Menopausenstatus sowie

ein möglicher Kinderwunsch.

Mit zunehmender Größe kann unter anderem das Risiko einer Stieldrehung steigen. Die Größe allein ist aber keine ausreichende Operationsindikation. Bei einfachen Zysten vor den Wechseljahren können beispielsweise auch Befunde zwischen fünf und sieben Zentimetern häufig zunächst sonografisch kontrolliert werden.

Verliere ich bei der Operation den Eierstock?

In den meisten Fällen einer gutartigen Zyste bei Frauen vor den Wechseljahren kann der Eierstock erhalten werden. Dabei wird nach Möglichkeit nur die Zyste entfernt und gesundes Eierstockgewebe belassen. Ob das möglich und medizinisch sinnvoll ist, hängt jedoch von Art und Größe des Befundes, dem verbliebenen gesunden Eierstockgewebe und einem möglichen Verdacht auf eine bösartige Erkrankung ab. In bestimmten Situationen kann die Entfernung des gesamten Eierstocks notwendig sein. Das bespreche ich, soweit vor der Operation absehbar, ausführlich mit Ihnen.

Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen, starken Blutungen, Fieber oder Kreislaufproblemen wenden Sie sich bitte sofort an eine gynäkologische Notaufnahme oder rufen Sie 144.
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe · MedUni Wien

Von 1989 bis 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien, ab 1994 Gesamtoberarzt; Gründer und langjähriger Leiter der ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome.

Stand September 2026
Weiterführend
Endometriose
Wenn Regelschmerzen den Alltag bestimmen: Abklärung, Hormontherapie, Bauchspiegelung.
Myome
Gutartige Muskelknoten der Gebärmutter abklären und gebärmuttererhaltend behandeln.
Minimal-invasive Operationen in Wien
Schonende Operationen über Bauchspiegelung und Gebärmutterspiegelung mit dem Ziel, die Gebärmutter zu erhalten.
Bei Ihnen wurde eine Zyste festgestellt?

Wenn bei Ihnen eine Eierstockzyste festgestellt wurde oder Sie Unterbauchbeschwerden abklären möchten, vereinbaren Sie bitte telefonisch einen Termin unter +43 1 317 660 0 oder schreiben Sie an ordination@prof-obwegeser.at. Meine Ordination befindet sich in der Hörlgasse 14, Top 11, 1090 Wien. Bitte beachten Sie den Eingang in der Liechtensteinstraße 8.

Termin online anfragen +43 1 317 660 0