Univ.-Prof. Dr. med.
Reinhard Obwegeser
Vorsorge · Impfung

HPV-Impfung in Wien

Humane Papillomviren, kurz HPV, gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Infektionen. Rund 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, meist ohne es zu bemerken. Die meisten Infektionen verschwinden innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst. Bleibt eine Infektion mit bestimmten Hochrisikotypen jedoch bestehen, können sich über Jahre Zellveränderungen entwickeln, aus denen Gebärmutterhalskrebs entstehen kann. Nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs stehen mit HPV in Zusammenhang. Die HPV-Impfung schützt vor den wichtigsten krebsauslösenden Virustypen und gehört deshalb zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung HPV-bedingter Erkrankungen. In meiner Privatordination in 1090 Wien berate ich Sie zur HPV-Impfung, kläre offene Fragen und führe die Impfung durch, für Sie selbst oder für Ihr Kind.

Was sind HPV und warum sind sie gefährlich?

Es sind mehr als 200 verschiedene HPV-Typen bekannt. Einige davon befallen vor allem Haut und Schleimhäute im Genitalbereich. Man unterscheidet sogenannte Hochrisiko- und Niedrigrisikotypen. Die Hochrisikotypen HPV 16 und 18 verursachen zusammen einen großen Teil der Gebärmutterhalskarzinome. Niedrigrisikotypen wie HPV 6 und 11 sind dagegen vor allem für Feigwarzen, sogenannte Genitalwarzen oder Kondylome, verantwortlich. Sie sind gutartig, können aber ansteckend und hartnäckig sein.

Wie wird HPV übertragen?

HPV wird durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt übertragen, besonders bei sexuellen Kontakten. Eine Ansteckung ist beim vaginalen, analen oder oralen Sex möglich, aber auch bei engem Hautkontakt im Genitalbereich.

Kondome können das Ansteckungsrisiko verringern, bieten aber keinen vollständigen Schutz, da HPV auch Hautbereiche befallen kann, die nicht vom Kondom bedeckt sind.

Neben Gebärmutterhalskrebs können bestimmte Hochrisikotypen auch an der Entstehung von Krebs an Scheide, Vulva, After und Penis sowie im Mund- und Rachenraum beteiligt sein. HPV-bedingte Erkrankungen betreffen daher Frauen und Männer. Die Impfung wird aus diesem Grund für beide Geschlechter empfohlen.

HPV-Test und Krebsabstrich

Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs werden der PAP-Abstrich und der HPV-Test eingesetzt. Beim PAP-Abstrich werden Zellen des Gebärmutterhalses auf Veränderungen untersucht. Der HPV-Test weist dagegen Hochrisikotypen des Virus nach.

Ab dem 30. Lebensjahr wird in Österreich ein validierter HPV-Test in mehrjährigen Abständen empfohlen. PAP-Abstrich und HPV-Test können je nach Situation und Vorsorgekonzept eingesetzt werden; eine routinemäßige gleichzeitige Doppeltestung wird nicht generell empfohlen.

Ein positiver HPV-Test bedeutet weder Krebs noch eine Krebsvorstufe. Welche weiteren Untersuchungen erforderlich sind, hängt unter anderem vom nachgewiesenen HPV-Typ, dem PAP-Befund und früheren Untersuchungsergebnissen ab. Bei bestimmten Auffälligkeiten kann eine Kolposkopie, also eine Lupenuntersuchung des Gebärmutterhalses, notwendig sein.

Die meisten HPV-Infektionen verschwinden von selbst. Besteht eine Infektion mit einem Hochrisikotyp über längere Zeit fort, steigt das Risiko für höhergradige Zellveränderungen.

Wichtig ist dabei: Die HPV-Impfung behandelt eine bereits bestehende Infektion nicht. Sie kann jedoch vor neuen Infektionen mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen schützen. Impfung und regelmäßige Früherkennung ergänzen einander deshalb.

Warum empfehle ich die HPV-Impfung?

Während meiner langjährigen Tätigkeit an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien habe ich viele Frauen mit Zellveränderungen am Gebärmutterhals betreut, von leichten Dysplasien bis zu behandlungsbedürftigen Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs. Bereits ab 1989 war ich im Bereich der Vulva- und Dysplasiediagnostik an der II. Universitätsfrauenklinik tätig.

Ich weiß daher aus langjähriger klinischer Erfahrung, welche Untersuchungen und Behandlungen eine anhaltende HPV-Infektion nach sich ziehen kann. Dazu gehört beispielsweise die Konisation, bei der auffälliges Gewebe kegelförmig aus dem Gebärmutterhals entfernt wird.

Die HPV-Impfung kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen deutlich reduzieren. Auch das Risiko weiterer HPV-bedingter Krebserkrankungen wird gesenkt. Ihre Wirksamkeit und Sicherheit sind inzwischen durch umfangreiche Daten aus vielen Ländern gut belegt.

Für mich ist die HPV-Impfung deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Krebsprävention. Ich empfehle sie Mädchen und Buben ebenso wie ungeimpften Erwachsenen, wenn eine Impfung entsprechend Alter und persönlicher Situation sinnvoll ist.

Für wen ist die HPV-Impfung sinnvoll?

Den größten Nutzen hat die HPV-Impfung, wenn sie vor den ersten sexuellen Kontakten erfolgt. In Österreich wird sie ab dem neunten Geburtstag empfohlen, am besten im Alter von neun bis elf Jahren. In diesem Alter reagiert das Immunsystem besonders gut, und die Impfung erfolgt meist vor dem ersten Kontakt mit HPV.

Aber auch später kann die Impfung sinnvoll sein. Wer bereits sexuell aktiv ist, hatte meist noch nicht Kontakt mit allen HPV-Typen, gegen die der Impfstoff schützt. Der österreichische Impfplan empfiehlt deshalb das Nachholen der Impfung bis zum 30. Geburtstag. Auch danach kann sie je nach persönlicher Situation sinnvoll sein.

Erwachsene Frauen frage ich im Rahmen der Vorsorge nach ihrem Impfstatus. Auch nach bereits behandelten HPV-bedingten Zellveränderungen kann eine Impfung sinnvoll sein. Studien zeigen, dass sie nach einer Konisation das Risiko erneuter höhergradiger Zellveränderungen senken kann.

Die Empfehlung gilt für Mädchen und Buben beziehungsweise Frauen und Männer. Männer profitieren ebenfalls vom Schutz vor Genitalwarzen und HPV-bedingten Krebserkrankungen. Gleichzeitig kann die Impfung die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von HPV auf Sexualpartnerinnen und Sexualpartner verringern.

HPV-Impfung bei Kindern und Jugendlichen

Viele Eltern fragen sich, ob neun oder zehn Jahre nicht sehr früh für die HPV-Impfung sind. Medizinisch ist gerade dieser Zeitpunkt günstig: Das Immunsystem reagiert besonders gut, und der Schutz besteht bereits, bevor HPV überhaupt relevant wird. Gerne bespreche ich die Impfung gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind altersgerecht und beantworte offene Fragen.

HPV-Impfung im Erwachsenenalter

Auch bei Erwachsenen kann eine Impfung sinnvoll sein, etwa bei einer neuen Partnerschaft, nach früheren HPV-bedingten Zellveränderungen oder wenn bisher kein vollständiger Impfschutz besteht. Die Impfung behandelt allerdings keine bereits vorhandene HPV-Infektion. Sie kann vor neuen Infektionen mit HPV-Typen schützen, gegen die noch keine Immunität besteht.

Wie läuft die HPV-Impfung ab?

Vor der Impfung kläre ich mit Ihnen den bisherigen Impfstatus und das passende Impfschema. Ein HPV-Test ist vor der Impfung nicht erforderlich. Auch eine frühere oder aktuell nachgewiesene HPV-Infektion ist grundsätzlich kein Grund, auf die Impfung zu verzichten. Die Impfung erfolgt als Injektion in den Oberarm.

Wie viele Impfungen sind notwendig?

Nach dem aktuellen österreichischen Impfplan gilt:

·Bis zum 30. Geburtstag: zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten.
·Nach dem 30. Geburtstag: drei Impfungen. Die zweite erfolgt nach ein bis zwei Monaten, die dritte entsprechend dem empfohlenen Impfschema einige Monate später.

Wurde eine Impfserie unterbrochen, muss sie nicht von vorne begonnen werden. Fehlende Dosen werden nachgeholt. Nach der Impfung bleiben Sie noch kurz zur Beobachtung in der Ordination.

Wichtig ist: Die HPV-Impfung ersetzt die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs nicht. Sie schützt nicht vor allen krebsauslösenden HPV-Typen. Regelmäßige PAP- beziehungsweise HPV-Untersuchungen bleiben deshalb auch für geimpfte Frauen wichtig.

Welche Nebenwirkungen kann die HPV-Impfung haben?

Die HPV-Impfung ist umfangreich untersucht und gilt als gut verträglich. Häufig sind vorübergehende Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung. Auch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder leichtes Fieber können auftreten. Insbesondere bei Jugendlichen kann es nach einer Impfung zu Schwindel oder einer kurzen Ohnmacht kommen. Deshalb erfolgt die Impfung im Sitzen oder Liegen und anschließend eine kurze Beobachtung.

Schwere allergische Reaktionen sind sehr selten. Die verfügbaren Sicherheitsdaten geben keinen Hinweis darauf, dass die HPV-Impfung chronische Erkrankungen verursacht. Während einer Schwangerschaft wird eine geplante HPV-Impfung vorsorglich auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschoben. In der Stillzeit kann grundsätzlich geimpft werden.

Warum Prof. Obwegeser?

Ich bin seit 1993 Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und war von 1989 bis Ende 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien tätig. Bereits ab 1989 beschäftigte ich mich im Bereich der Vulva- und Dysplasiediagnostik mit HPV-bedingten Zellveränderungen. Später gehörte auch die gynäkologische Onkologie zu meinen klinischen Schwerpunkten. Diese Erfahrung fließt in meine Beratung ein. Ich erkläre Ihnen, welchen Schutz die HPV-Impfung bietet, wo ihre Grenzen liegen und welches Impfschema für Sie geeignet ist. Dabei bleibt ausreichend Zeit für Ihre Fragen.

Was kostet die HPV-Impfung?

Die Kosten hängen vom Alter ab. Stand September 2026 ist die HPV-Impfung in Österreich im öffentlichen Impfprogramm für Personen vom neunten bis zum 21. Geburtstag kostenlos. Die vorübergehende kostenlose Nachholaktion für Personen bis zum 30. Geburtstag ist inzwischen beendet: Erstimpfungen waren bis 31. Dezember 2025, die dazugehörigen zweiten Impfungen bis 30. Juni 2026 kostenlos möglich. Die Impfung bleibt bis zum 30. Geburtstag allgemein empfohlen. Ab dem 21. Geburtstag können daher Kosten für Impfstoff und Impfung entstehen. Welche Kosten in meiner Privatordination anfallen und wie der Impfstoff bezogen wird, klären wir gerne vorab telefonisch.

Häufige Fragen zur HPV-Impfung

Ich bin schon über 30. Lohnt sich die Impfung noch?

Das kann sinnvoll sein. Nach dem 30. Geburtstag wird die Entscheidung individuell getroffen. Eine Impfung kann insbesondere bei HPV-bedingten Dysplasien, einer nachgewiesenen HPV-Infektion, wechselnden Sexualpartnern oder bestimmten Risikofaktoren sinnvoll sein.

Brauche ich vor der Impfung einen HPV-Test?

Nein. Ein HPV-Test ist keine Voraussetzung für die Impfung. Eine bereits bestehende Infektion mit einem HPV-Typ schließt einen möglichen Schutz gegen andere im Impfstoff enthaltene Typen nicht aus.

Schützt die Impfung, wenn ich bereits HPV-positiv bin?

Die Impfung kann eine bestehende HPV-Infektion nicht behandeln oder beseitigen. Sie kann aber vor neuen Infektionen mit anderen im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen schützen. Nach der Behandlung HPV-bedingter Zellveränderungen kann sie außerdem das Risiko eines erneuten Auftretens senken.

Sollte auch mein Sohn geimpft werden?

Ja. Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Buben gleichermaßen empfohlen. Buben und Männer profitieren vom Schutz vor Genitalwarzen sowie vor verschiedenen HPV-bedingten Krebserkrankungen.

Muss ich nach der Impfung noch zur Krebsvorsorge?

Ja. Die Impfung schützt vor den wichtigsten, aber nicht vor allen Hochrisiko-HPV-Typen. Die regelmäßige Früherkennung mit PAP-Abstrich beziehungsweise HPV-Test bleibt deshalb auch für geimpfte Frauen wichtig.

Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen, starken Blutungen, Fieber oder Kreislaufproblemen wenden Sie sich bitte sofort an eine gynäkologische Notaufnahme oder rufen Sie 144.
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe · MedUni Wien

Von 1989 bis 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien, ab 1994 Gesamtoberarzt; Gründer und langjähriger Leiter der ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome.

Stand September 2026
Weiterführend
Gynäkologische Vorsorge in Wien
Jahresuntersuchung mit Krebsabstrich, Ultraschall und Brustultraschall in meiner Privatordination im 9. Bezirk.
Verhütung in Wien
Ich berate Sie in Ruhe zu allen Verhütungsmethoden und finde mit Ihnen die Lösung, die zu Ihrem Leben passt.
Privatordination und Kosten
Wahlarzt, Honorarnote, Rückerstattung durch die Kasse.
Sie möchten sich oder Ihr Kind impfen lassen?

Wenn Sie sich zur HPV-Impfung beraten oder impfen lassen möchten, rufen Sie uns unter +43 1 317 660 0 an oder schreiben Sie an ordination@prof-obwegeser.at. Termine vergebe ich nach telefonischer Voranmeldung. Meine Ordination befindet sich in der Hörlgasse 14, Top 11, 1090 Wien. Bitte beachten Sie: Der Eingang befindet sich in der Liechtensteinstraße 8.

Termin online anfragen +43 1 317 660 0