Univ.-Prof. Dr. med.
Reinhard Obwegeser
Verhütung

Verhütung in Wien

Verhütung ist eine sehr persönliche Entscheidung. Frauen haben heute zahlreiche Möglichkeiten, und genau das macht die Wahl oft schwer. Die Pille gehört weiterhin zu den häufig genutzten Methoden, daneben stehen viele Alternativen zur Verfügung. Dazu zählen hormonfreie Methoden wie Kupferspirale und Kupferkette, die Hormonspirale, Ring, Pflaster, Hormonstäbchen und verschiedene Barrieremethoden. In meiner Privatordination in 1090 Wien nehme ich mir die Zeit, mit Ihnen die geeigneten Möglichkeiten durchzugehen. Denn eine gute Verhütungsmethode sollte zu Ihrem Körper, Ihrer Lebenssituation und Ihren persönlichen Wünschen passen.

Wann sollte man zur Verhütungsberatung kommen?

Ein Beratungsgespräch ist sinnvoll, wenn Sie neu mit Verhütung beginnen, mit Ihrer bisherigen Methode unzufrieden sind oder sich Ihre Lebenssituation verändert hat. Viele junge Frauen möchten beispielsweise keine Pille mehr einnehmen und suchen nach einer hormonfreien Alternative. Andere leiden unter starken oder schmerzhaften Regelblutungen und möchten wissen, ob eine Hormonspirale helfen kann. Nach einer Geburt stellt sich häufig die Frage, welche Methoden während der Stillzeit geeignet sind. Ist die Familienplanung abgeschlossen, können auch dauerhafte Verfahren besprochen werden.

Auch bei Nebenwirkungen lohnt sich eine Beratung. Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Zwischenblutungen oder Veränderungen der Libido können Anlass sein, die bisherige Methode zu überprüfen.

Besonders wichtig ist die individuelle Risikobeurteilung bei Migräne mit Aura, Bluthochdruck, früheren Thrombosen oder bestimmten familiären Risikofaktoren. Auch Rauchen ab 35 Jahren sollte bei der Auswahl berücksichtigt werden. Östrogenhaltige Präparate wie Kombinationspille, Ring oder Pflaster können in solchen Situationen ungeeignet oder kontraindiziert sein. Welche Alternative sicher ist, hängt vom jeweiligen Risikoprofil ab.

Welche Verhütungsmethoden gibt es?

Grob lassen sich hormonelle, hormonfreie und dauerhafte Methoden unterscheiden. Die Sicherheit einer Verhütungsmethode wird häufig mit dem Pearl-Index beschrieben. Er gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung schwanger werden. Im Alltag ist allerdings nicht nur die theoretische Sicherheit entscheidend. Methoden, bei denen keine tägliche oder regelmäßige Anwendung notwendig ist, sind weniger anfällig für Anwendungsfehler.

Pille, Ring, Pflaster und Hormonstäbchen

Die Kombinationspille enthält ein Östrogen und ein Gestagen und verhindert vor allem den Eisprung. Sie ist bei korrekter Einnahme sehr sicher und kann Regelschmerzen, Blutungsstärke und teilweise auch Akne verbessern. Gleichzeitig erhöht sie das Risiko für venöse Thrombosen. Deshalb müssen mögliche Risikofaktoren vor der Verschreibung berücksichtigt werden.

Die reine Gestagenpille kommt ohne Östrogen aus und kann auch während der Stillzeit sowie bei vielen Kontraindikationen gegen Östrogen eingesetzt werden.

Verhütungsring und Verhütungspflaster enthalten ebenfalls Östrogen und Gestagen. Sie müssen nicht täglich angewendet werden, haben aber grundsätzlich ähnliche östrogenbedingte Risiken wie eine Kombinationspille.

Das Hormonstäbchen wird unter die Haut des Oberarms eingesetzt und gibt kontinuierlich ein Gestagen ab. Es gehört zu den sehr sicheren Langzeitmethoden. Auch die Dreimonatsspritze ist eine gestagenhaltige Methode, wird aber aufgrund möglicher Auswirkungen auf die Knochendichte und anderer Nebenwirkungen individuell abgewogen.

Hormonspirale

Die Hormonspirale ist ein kleiner T-förmiger Kunststoffkörper, der in der Gebärmutter kontinuierlich eine geringe Menge Levonorgestrel freisetzt. Je nach Modell wirkt sie drei bis acht Jahre.

Die Blutungen werden häufig deutlich schwächer und können bei manchen Frauen ganz ausbleiben. Deshalb kann die Hormonspirale insbesondere bei starken Regelblutungen eine gute Möglichkeit sein. Auch Endometriose-bedingte Regelschmerzen können bei geeigneten Patientinnen gelindert werden.

Kupferspirale und Kupferkette

Kupferspirale und Kupferkette verhüten ohne Hormone. Kupfer beeinträchtigt vor allem die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit der Spermien und verhindert dadurch in erster Linie die Befruchtung. Je nach Modell können Kupfersysteme mehrere Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Ein möglicher Nachteil sind stärkere, längere oder schmerzhaftere Regelblutungen.

Die Kupferkette besteht aus kleinen Kupferelementen auf einem flexiblen Faden und wird in der Gebärmutterwand verankert. Sie ist eine mögliche Alternative zur klassischen Kupferspirale. Welche Form geeignet ist, hängt unter anderem von Größe und Form der Gebärmutter sowie den persönlichen Wünschen ab.

Auch Frauen, die noch nicht geboren haben, können grundsätzlich mit einer Kupferspirale, einer Kupferkette oder einer geeigneten Hormonspirale verhüten.

Kondome und natürliche Methoden

Kondome können neben der Verhütung auch das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen reduzieren. Besonders bei neuen oder wechselnden Sexualpartnern sind sie deshalb wichtig, gegebenenfalls zusätzlich zu einer anderen Verhütungsmethode.

Diaphragma und Portiokappe gehören ebenfalls zu den Barrieremethoden und erfordern eine korrekte Anwendung.

Bei der symptothermalen Methode werden insbesondere Basaltemperatur und Zervixschleim beobachtet, um fruchtbare und unfruchtbare Tage zu bestimmen. Bei konsequenter Anwendung und guter Schulung kann sie zuverlässig sein. Zyklusschwankungen, beispielsweise während der Stillzeit, können die Anwendung allerdings anspruchsvoller machen.

Reine Kalender- oder Zyklus-Apps, die den Eisprung lediglich aus vergangenen Zyklusdaten errechnen, würde ich nicht als alleinige sichere Verhütungsmethode empfehlen.

Dauerhafte Verhütung

Ist die Familienplanung sicher abgeschlossen, kann eine Sterilisation infrage kommen. Bei der Frau werden die Eileiter in der Regel im Rahmen einer Bauchspiegelung verschlossen, durchtrennt oder vollständig entfernt. Der Eingriff ist als dauerhafte Methode gedacht und sollte deshalb sorgfältig überlegt werden.

Auch die Vasektomie des Mannes ist eine sehr sichere dauerhafte Verhütungsmethode. Sie ist in der Regel ein kleinerer operativer Eingriff als die Sterilisation der Frau und kann deshalb bei abgeschlossener Familienplanung ebenfalls eine sinnvolle Möglichkeit sein. Nach einer Vasektomie muss allerdings so lange zusätzlich verhütet werden, bis durch ein Spermiogramm bestätigt wurde, dass keine befruchtungsfähigen Spermien mehr vorhanden sind.

Wie gehe ich vor?

Alles beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Ich möchte wissen, welche Erfahrungen Sie bisher mit Verhütung gemacht haben, ob und wann Sie sich Kinder wünschen und ob Beschwerden wie starke oder schmerzhafte Regelblutungen bestehen. Ebenso wichtig sind Vorerkrankungen, Medikamente, Blutdruck und relevante Erkrankungen in Ihrer Familie. Daraus ergibt sich meist schon eine engere Auswahl.

Welche Untersuchung notwendig ist, hängt von der gewünschten Methode ab. Für Pille, Ring oder Pflaster ist nicht grundsätzlich eine gynäkologische Untersuchung oder ein Ultraschall erforderlich. Vor dem Einsetzen einer Spirale oder Kupferkette untersuche ich Sie gynäkologisch und beurteile die Gebärmutter. Bei Verdacht auf eine Infektion erfolgt eine entsprechende Abklärung. Ein Krebsabstrich kann mitgemacht werden, wenn er ohnehin fällig ist, ist aber keine Voraussetzung für die Verhütung.

Entscheiden Sie sich für Pille, Ring oder Pflaster, erhalten Sie eine genaue Einweisung zur Anwendung. Bei östrogenhaltigen Methoden kontrolliere ich insbesondere den Blutdruck. Weitere Kontrollen richten sich nach Verträglichkeit und individuellem Risikoprofil.

Einlage einer Spirale oder Kupferkette

Eine Spirale oder Kupferkette kann eingesetzt werden, sobald eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen ist. Häufig erfolgt die Einlage während oder kurz nach der Regelblutung, sie ist aber nicht grundsätzlich auf diesen Zeitraum beschränkt.

Die Einlage selbst dauert meist nur wenige Minuten. Mit einem Spekulum stelle ich den Gebärmutterhals dar, vermesse die Gebärmutter und führe das Verhütungsmittel über einen dünnen Applikator ein. Die Kupferkette wird im oberen Bereich der Gebärmutterwand verankert.

Wie schmerzhaft die Einlage empfunden wird, ist sehr unterschiedlich. Bei Bedarf können schmerzlindernde Maßnahmen oder eine örtliche Betäubung eingesetzt werden. Anschließend kontrolliere ich die Lage. Nach einigen Wochen kann eine erste Kontrolle erfolgen, weitere Kontrollen lassen sich in der Regel mit der gynäkologischen Vorsorge verbinden. Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt eine Kontrolle nach einigen Wochen und später jährlich.

Welche Nebenwirkungen und Risiken gibt es?

Östrogenhaltige Präparate wie Kombinationspille, Ring und Pflaster erhöhen das Risiko für venöse Thrombosen. Besonders berücksichtigt werden deshalb zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, höheres Alter, Migräne mit Aura, Bluthochdruck oder eine persönliche Thrombosevorgeschichte.

Gestagenhaltige Methoden können zu unregelmäßigen Blutungen führen. Je nach Präparat können auch weitere Nebenwirkungen auftreten. Bei der Hormonspirale sind Schmier- und Zwischenblutungen in den ersten Monaten häufig. Später werden die Regelblutungen meist deutlich schwächer oder bleiben ganz aus.

Kupferspirale und Kupferkette können die Regelblutung verstärken oder schmerzhafter machen. Bei Spiralen besteht ein geringes Risiko, dass sie ausgestoßen werden oder ihre Lage verändern. Sehr selten kann bei der Einlage die Gebärmutterwand verletzt werden.

Kommt es trotz einer Spirale zu einer Schwangerschaft, sollte frühzeitig untersucht werden, wo sich die Schwangerschaft befindet. Spiralen senken insgesamt auch das Risiko einer Eileiterschwangerschaft, bei einer Schwangerschaft trotz liegender Spirale ist der relative Anteil von Eileiterschwangerschaften jedoch erhöht.

Warum Prof. Obwegeser?

Ich bin seit 1993 Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und war von 1989 bis Ende 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien tätig. In der Hormonambulanz habe ich mich intensiv mit hormonellen Erkrankungen und Fertilitätsstörungen beschäftigt. Diese Erfahrung hilft mir auch heute bei der individuellen Auswahl einer Verhütungsmethode.

2003 gründete ich die ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome und leitete sie bis Ende 2023. Dort spielte hormonelle Behandlung bei vielen Patientinnen ebenfalls eine wichtige Rolle, etwa bei starken Blutungen oder Endometriosebeschwerden.

In meiner Ordination ist mir vor allem wichtig, dass Sie verstehen, was die verschiedenen Methoden leisten, welche Risiken sie haben und welche zu Ihrer persönlichen Situation passt. Auch wenn eine bisherige Methode nicht mehr geeignet ist oder eine ungeplante Schwangerschaft eintritt, bespreche ich mit Ihnen die nächsten Schritte offen und sachlich.

Was kostet die Beratung und die Einlage?

Ich führe eine Privatordination ohne Kassenvertrag. Nach dem Termin erhalten Sie eine Honorarnote, die Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger zur Kostenerstattung einreichen können. Die Höhe der Rückerstattung richtet sich nach dem Versicherungsträger und den erbrachten Leistungen.

Die Kosten für das Verhütungsmittel selbst, etwa Hormonspirale, Kupferspirale oder Kupferkette, kommen gegebenenfalls hinzu. Den konkreten Betrag für Ihr Anliegen nennen wir Ihnen gerne vorab am Telefon.

Häufige Fragen zur Verhütung

Kann ich als junge Frau ohne Geburt eine Spirale oder Kupferkette bekommen?

Ja. Auch Frauen, die noch nicht geboren haben, können grundsätzlich mit einer Hormonspirale, Kupferspirale oder Kupferkette verhüten. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt unter anderem von Ihren Wünschen, möglichen Beschwerden und den anatomischen Verhältnissen ab.

Macht die Pille unfruchtbar?

Nein. Die Pille verursacht keine dauerhafte Unfruchtbarkeit. Nach dem Absetzen kehrt die Fruchtbarkeit bei den meisten Frauen rasch zurück. Wenn die Regel über längere Zeit ausbleibt, sollte die Ursache gynäkologisch abgeklärt werden.

Wie schnell bin ich nach dem Entfernen einer Spirale wieder fruchtbar?

Die Fruchtbarkeit kehrt nach Entfernung einer Kupfer- oder Hormonspirale in der Regel rasch zurück. Eine Schwangerschaft kann grundsätzlich bereits im ersten Zyklus nach der Entfernung eintreten.

Ist die Hormonspirale bei Endometriose oder starken Blutungen sinnvoll?

Bei starken Regelblutungen ist die Hormonspirale eine etablierte Behandlungsmöglichkeit. Auch Endometriose-bedingte Regelschmerzen können sich unter einem Levonorgestrel-freisetzenden Intrauterinsystem bessern. Ob diese Methode für Sie geeignet ist, hängt vom individuellen Befund und Ihren Wünschen ab.

Tut die Einlage weh?

Das Schmerzempfinden bei der Einlage ist sehr unterschiedlich. Manche Frauen empfinden nur ein kurzes Ziehen, andere deutlich stärkere krampfartige Schmerzen. Bei Bedarf können schmerzlindernde Maßnahmen oder eine örtliche Betäubung eingesetzt werden. Leichte Unterbauchbeschwerden können auch nach der Einlage noch für einige Zeit bestehen.

Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen, starken Blutungen, Fieber oder Kreislaufproblemen wenden Sie sich bitte sofort an eine gynäkologische Notaufnahme oder rufen Sie 144.
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe · MedUni Wien

Von 1989 bis 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien, ab 1994 Gesamtoberarzt; Gründer und langjähriger Leiter der ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome.

Stand September 2026
Weiterführend
Kupferkette
Hormonfreie Verhütung für bis zu fünf Jahre.
Spirale und Hormonspirale
Langzeitverhütung mit oder ohne Hormone.
Gynäkologische Vorsorge in Wien
Jahresuntersuchung mit Krebsabstrich, Ultraschall und Brustultraschall in meiner Privatordination im 9. Bezirk.
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Wenn Sie sich in Ruhe zu Ihrer Verhütung beraten lassen möchten, rufen Sie uns unter +43 1 317 660 0 an oder schreiben Sie an ordination@prof-obwegeser.at. Termine vergebe ich nach telefonischer Voranmeldung. Meine Ordination befindet sich in der Hörlgasse 14, Top 11, 1090 Wien. Bitte beachten Sie: Der Eingang befindet sich in der Liechtensteinstraße 8.

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