Univ.-Prof. Dr. med.
Reinhard Obwegeser
Vorsorge · Brustgesundheit

Brustkrebs und Brustgesundheit in Wien

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Gleichzeitig ist die große Mehrheit der Veränderungen in der Brust gutartig. Ein neu ertasteter Knoten oder ein auffälliger Befund bedeutet deshalb nicht automatisch Krebs, sollte aber sorgfältig abgeklärt werden. Meine Aufgabe ist es, einen Befund gründlich einzuordnen, ohne Sie unnötig zu beunruhigen. Bestätigt sich eine Erkrankung, begleite ich Sie bei den weiteren diagnostischen und therapeutischen Schritten. In meiner Privatordination in 1090 Wien nehme ich mir dafür die Zeit, die ein solches Thema braucht. Die Abklärung von Brustbefunden, die Brustkrebs-Früherkennung sowie die Betreuung von Patientinnen mit Brustkrebs gehören seit vielen Jahren zu meinen Schwerpunkten als Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Fünf Jahre lang war ich an der Abteilung für Spezielle Gynäkologie der Universitätsfrauenklinik am AKH Wien tätig, die sich schwerpunktmäßig mit Erkrankungen der Brust und Brustkrebs beschäftigte. Ich leitete dort die Ambulanz für Brustultraschall, habilitierte mich zu einem bildgebenden Verfahren der Brustdiagnostik und operierte regelmäßig Patientinnen mit Brustkrebs. Diese Erfahrung prägt meine Arbeit bis heute.

Wann sollten Sie mit einem Brustbefund zu mir kommen?

Neue oder ungewöhnliche Veränderungen der Brust sollten ärztlich abgeklärt werden. Dazu gehören insbesondere:

·ein neu tastbarer Knoten oder eine Verhärtung,
·eine Einziehung oder Delle der Haut,
·eine neu eingezogene Brustwarze,
·eine ungewöhnliche Absonderung aus der Brustwarze, insbesondere wenn sie einseitig oder blutig ist,
·eine neu aufgetretene Veränderung von Form oder Größe einer Brust,
·eine anhaltende Rötung, Überwärmung oder Hautveränderung sowie
·neu aufgetretene oder anhaltende Schmerzen.

Schmerzen in der Brust sind nur selten ein Zeichen von Brustkrebs. Häufig stecken hormonelle Veränderungen oder andere gutartige Ursachen dahinter. Trotzdem können insbesondere neu aufgetretene, einseitige oder anhaltende Beschwerden eine Untersuchung sinnvoll machen.

Auffälliger Mammographie-Befund

Auch wenn im Rahmen einer Mammographie ein unklarer oder auffälliger Befund festgestellt wurde, können Sie zur weiteren Beurteilung oder für eine zweite Einschätzung zu mir kommen. Bringen Sie nach Möglichkeit die bisherigen Bilder und den schriftlichen Befund mit. So kann ich die vorhandene Bildgebung mit dem klinischen Befund und gegebenenfalls einer eigenen Ultraschalluntersuchung vergleichen.

Früherkennung ohne Beschwerden

Bei beschwerdefreien Frauen ist die Mammographie die wichtigste etablierte Untersuchung zur Brustkrebs-Früherkennung. Im österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm können Frauen ab 40 Jahren alle zwei Jahre an einer Mammographie teilnehmen. Frauen zwischen 45 und 74 Jahren werden regelmäßig daran erinnert; Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie ab 75 Jahren können sich freiwillig dafür anmelden.

Ein Brustultraschall kann die Mammographie bei bestimmten Fragestellungen ergänzen, beispielsweise bei dichtem Brustgewebe oder zur genaueren Beurteilung eines Befundes. Er ersetzt die Mammographie jedoch nicht und ist bei beschwerdefreien Frauen nicht generell als jährliche alleinige Früherkennungsuntersuchung vorgesehen. Bei jüngeren Frauen mit einem tastbaren Knoten oder anderen Beschwerden ist der Ultraschall dagegen häufig die erste bildgebende Untersuchung.

Brustkrebs oder Eierstockkrebs in der Familie

Wenn Brust- oder Eierstockkrebs in Ihrer Familie gehäuft oder in ungewöhnlich jungem Alter aufgetreten ist, kann ein erblich erhöhtes Krebsrisiko vorliegen. In diesem Fall bespreche ich mit Ihnen, ob eine genetische Beratung an einem spezialisierten Zentrum sinnvoll ist. Bei nachgewiesenem erhöhtem erblichen Risiko gelten andere und teilweise deutlich engmaschigere Früherkennungsempfehlungen als für Frauen mit durchschnittlichem Brustkrebsrisiko.

Wie läuft die Abklärung eines Brustbefundes ab?

Alles beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Ich möchte wissen,

·seit wann Sie die Veränderung bemerkt haben,
·ob sie sich im Verlauf oder abhängig vom Zyklus verändert,
·ob Schmerzen oder andere Beschwerden bestehen,
·welche früheren Brustbefunde oder Untersuchungen vorliegen und
·ob Brust- oder Eierstockkrebs in Ihrer Familie aufgetreten ist.

Anschließend untersuche ich beide Brüste und taste die regionalen Lymphknoten, insbesondere in den Achselhöhlen und im Bereich oberhalb der Schlüsselbeine, ab.

Brustultraschall

Je nach Fragestellung folgt der Brustultraschall, medizinisch Mammasonographie. Diesen führe ich selbst durch.

Mit dem Ultraschall lassen sich beispielsweise flüssigkeitsgefüllte Zysten von soliden Veränderungen unterscheiden. Bei einem soliden Knoten beurteile ich unter anderem:

·Form und Ausrichtung,
·Begrenzung,
·Binnenstruktur,
·Beziehung zum umgebenden Gewebe sowie
·gegebenenfalls die Durchblutung.

Aus diesen Merkmalen lässt sich das Risiko eines Befundes einschätzen. Der Ultraschall allein kann jedoch nicht bei jedem Befund mit Sicherheit feststellen, ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist. Die Ultraschallbilder dokumentiere ich, sodass bei späteren Untersuchungen ein direkter Vergleich möglich ist. Entscheidend ist immer das Gesamtbild aus Beschwerden, Tastbefund, Alter, persönlichem Risiko und Bildgebung.

Wann ist eine Mammographie sinnvoll?

Mammographie und Ultraschall erfüllen unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich je nach Fragestellung. Bei jüngeren Frauen mit Beschwerden wird häufig zunächst ein Ultraschall durchgeführt. Eine diagnostische Mammographie kann unabhängig vom Alter zusätzlich notwendig sein, wenn der Befund dies erfordert. Die Mammographie ist insbesondere wichtig, weil sie Veränderungen wie Mikroverkalkungen darstellen kann, die im Ultraschall nicht zuverlässig sichtbar sind. Bei einem auffälligen Befund entscheide ich deshalb nicht allein anhand des Alters, sondern anhand der konkreten Fragestellung, ob zusätzlich eine diagnostische Mammographie erforderlich ist.

Wann ist eine MRT der Brust notwendig?

Eine Magnetresonanztomographie der Brust ist eine sehr empfindliche Untersuchung, wird aber nicht routinemäßig bei jedem unklaren Brustbefund durchgeführt.

Sie kann bei ausgewählten Fragestellungen sinnvoll sein, beispielsweise:

·bei Frauen mit deutlich erhöhtem erblichen Brustkrebsrisiko,
·bei bestimmten unklaren Befunden nach vorausgegangener Diagnostik,
·zur Beurteilung der Ausdehnung eines bereits diagnostizierten Brustkrebses in ausgewählten Situationen oder
·bei speziellen Fragestellungen im Zusammenhang mit Brustimplantaten.

Ob eine MRT tatsächlich zusätzliche hilfreiche Informationen liefert, entscheide ich anhand des konkreten Befundes. Mammographie und MRT lasse ich bei spezialisierten radiologischen Einrichtungen durchführen und bespreche die Ergebnisse anschließend mit Ihnen.

Wann ist eine Gewebeprobe notwendig?

Zeigt die Bildgebung einen verdächtigen Befund, reicht eine weitere Beobachtung häufig nicht aus. Dann muss geklärt werden, um welche Gewebeveränderung es sich handelt. Ist der Befund im Ultraschall sichtbar, erfolgt die Gewebeentnahme in der Regel als ultraschallgezielte Stanzbiopsie. Unter örtlicher Betäubung wird dabei eine spezielle Hohlnadel gezielt in den auffälligen Bereich geführt und es werden mehrere kleine Gewebeproben entnommen. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel gut verträglich. Die entnommenen Proben werden anschließend feingeweblich untersucht.

Bei Veränderungen, die beispielsweise nur in der Mammographie als Mikroverkalkungen sichtbar sind, können andere bildgesteuerte Verfahren wie eine Vakuumbiopsie erforderlich sein. Ich habe die ultraschallgezielte Abklärung von Brustbefunden über viele Jahre in der Brustultraschall-Ambulanz am AKH Wien durchgeführt und gelehrt. Sobald der feingewebliche Befund vorliegt, bespreche ich mit Ihnen persönlich, was das Ergebnis bedeutet und welche weiteren Schritte gegebenenfalls notwendig sind.

Was bedeutet eine Zweitmeinung bei Brustkrebs?

Eine Brustkrebsdiagnose bringt in kurzer Zeit viele Informationen und Entscheidungen mit sich. Eine zweite fachärztliche Einschätzung kann helfen, die Diagnose und den vorgeschlagenen Behandlungsplan besser zu verstehen.

Für eine Zweitmeinung sehe ich mir insbesondere folgende Unterlagen an:

·den histologischen beziehungsweise feingeweblichen Befund,
·die vorhandene Bildgebung,
·gegebenenfalls Operationsberichte sowie
·den vorgeschlagenen Behandlungsplan.

Welche Informationen bestimmen die Brustkrebsbehandlung?

Ich erkläre Ihnen unter anderem, welche Bedeutung folgende Angaben haben:

·Art und Größe des Tumors,
·histologischer Differenzierungsgrad,
·Hormonrezeptorstatus,
·HER2-Status,
·Befall der Lymphknoten und
·Krankheitsstadium.

Der HER2-Status beschreibt, ob die Tumorzellen vermehrt HER2-Rezeptoren beziehungsweise entsprechende Genveränderungen aufweisen. Diese Information kann für die Auswahl einer zielgerichteten Therapie entscheidend sein.

Was kann eine Zweitmeinung verändern?

Häufig bestätigt eine zweite Einschätzung den bereits vorgeschlagenen Behandlungsweg. Das kann zusätzliche Sicherheit geben und offene Fragen klären. In anderen Fällen ergeben sich Punkte, die noch einmal im Behandlungsteam diskutiert werden sollten. Dazu können beispielsweise gehören:

·die Reihenfolge von Operation und medikamentöser Therapie,
·die Möglichkeit einer brusterhaltenden Operation,
·die Notwendigkeit weiterer diagnostischer Untersuchungen oder
·die Auswahl der medikamentösen Behandlung.

Ich erläutere Ihnen die vorhandenen Möglichkeiten und bespreche mit Ihnen, welche Fragen Sie mit Ihrem behandelnden Brustzentrum beziehungsweise Ihrem onkologischen Team klären sollten.

Wie wird über Ihre Behandlung entschieden?

Die Behandlung von Brustkrebs wird heute interdisziplinär geplant. In spezialisierten Brustzentren werden Patientinnen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs in einer Tumorkonferenz, auch Tumorboard oder Onkokonsil genannt, vorgestellt. Aktuelle Leitlinien empfehlen eine solche interdisziplinäre Besprechung sowohl vor Beginn der Behandlung als auch nach einer Operation. Dabei bringen Fachärztinnen und Fachärzte aus mehreren Disziplinen ihre Expertise ein, je nach Situation insbesondere aus:

·Brustchirurgie beziehungsweise Gynäkologie,
·medizinischer Onkologie,
·Radiologie,
·Strahlentherapie und
·Pathologie.

Gemeinsam wird festgelegt, welche Behandlung für den individuellen Tumor geeignet ist und in welcher Reihenfolge die einzelnen Schritte erfolgen. Dazu können Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, endokrine Therapie sowie HER2-gerichtete oder andere zielgerichtete Therapien gehören.

Am AKH Wien habe ich über viele Jahre regelmäßig an solchen interdisziplinären Fallbesprechungen teilgenommen und das Onkokonsil wiederholt geleitet. Diese Erfahrung hilft mir heute, Ihnen zu erklären, welche Informationen für eine Therapieentscheidung entscheidend sind und was die Empfehlungen des Behandlungsteams für Sie konkret bedeuten.

Wenn Sie eine zweite Einschätzung wünschen, kann ich Ihre vorhandenen Befunde und den empfohlenen Behandlungsplan mit Ihnen durchgehen und offene Fragen für das Gespräch mit Ihrem behandelnden Brustzentrum oder Ihrer Onkologin beziehungsweise Ihrem Onkologen herausarbeiten.

Wie begleite ich Sie während der Brustkrebstherapie?

Die eigentliche Krebstherapie findet in einem spezialisierten Brustzentrum, einer Klinik oder einer onkologischen Fachordination statt. In meiner Ordination können wir zwischen diesen Terminen Befunde besprechen, offene Fragen klären und insbesondere gynäkologische Beschwerden während der Behandlung betreuen.

Gynäkologische Nebenwirkungen der Behandlung

Eine Chemotherapie kann die Funktion der Eierstöcke vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen. Je nach Alter und Therapie können dadurch Beschwerden ähnlich den Wechseljahren auftreten, beispielsweise:

·Hitzewallungen,
·Schlafstörungen,
·Scheidentrockenheit,
·Veränderungen der Sexualität oder
·das Ausbleiben der Regelblutung.

Auch eine endokrine Therapie kann Nebenwirkungen verursachen. Je nach eingesetztem Medikament können unter anderem Hitzewallungen, Beschwerden im Genitalbereich, Gelenk- und Muskelschmerzen oder Veränderungen des Knochenstoffwechsels auftreten. Ich bespreche mit Ihnen, welche Möglichkeiten zur Behandlung solcher Beschwerden bestehen, ohne die Wirksamkeit der onkologischen Therapie unnötig zu beeinträchtigen.

Tamoxifen und Gebärmutterschleimhaut

Tamoxifen kann insbesondere nach den Wechseljahren Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut begünstigen. Regelmäßige Ultraschallkontrollen der Gebärmutterschleimhaut bei beschwerdefreien Patientinnen sind jedoch nicht grundsätzlich empfohlen, da dadurch ein Endometriumkarzinom nicht zuverlässig früher erkannt wird.

Wichtig ist vielmehr, ungewöhnliche vaginale Blutungen, Schmierblutungen oder blutigen Ausfluss unter Tamoxifen zeitnah gynäkologisch abzuklären. Bei entsprechenden Beschwerden entscheide ich, welche weiteren Untersuchungen notwendig sind.

Knochengesundheit unter endokriner Therapie

Besonders Aromatasehemmer und eine medikamentöse Ausschaltung der Eierstockfunktion können die Knochendichte beeinträchtigen. Deshalb werden das individuelle Osteoporoserisiko und gegebenenfalls die Knochendichte berücksichtigt. Je nach Risiko können weitere vorbeugende oder medikamentöse Maßnahmen notwendig sein.

Kinderwunsch und Fertilitätserhalt

Bei Patientinnen im gebärfähigen Alter sollte das Thema Kinderwunsch möglichst vor Beginn einer potenziell fruchtbarkeitsschädigenden Therapie angesprochen werden. Je nach Alter, Therapie und persönlicher Situation kommen beispielsweise die Kryokonservierung von Eizellen oder Eierstockgewebe sowie in bestimmten Fällen eine medikamentöse Unterdrückung der Eierstockfunktion während der Chemotherapie infrage. Aktuelle Leitlinien empfehlen eine Beratung über Fertilität und Fertilitätserhalt vor Therapiebeginn. Wenn dies für Sie relevant ist, vermittle ich frühzeitig an ein spezialisiertes Kinderwunschzentrum.

Was passiert in der Nachsorge nach Brustkrebs?

Nach Abschluss der Primärbehandlung beginnt eine langfristige Nachsorge. Sie dient nicht nur dazu, ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung oder einen neuen Tumor der anderen Brust zu erkennen. Ebenso wichtig sind die Behandlung von Nebenwirkungen, die Begleitung einer längerfristigen medikamentösen Therapie und Ihre körperliche und psychische Lebensqualität.

Wie häufig finden Nachsorgeuntersuchungen statt?

Bei einem invasiven Brustkrebs empfehlen aktuelle Leitlinien bei beschwerdefreien Patientinnen in der Regel:

·in den ersten drei Jahren klinische Kontrollen alle drei Monate,
·im vierten und fünften Jahr alle sechs Monate,
·ab dem sechsten Jahr einmal jährlich.

Bei nicht invasivem Brustkrebs wie einem DCIS gelten teilweise andere Intervalle. Der individuelle Nachsorgeplan hängt außerdem von Art und Behandlung der Erkrankung sowie von laufenden Therapien und Beschwerden ab.

Welche Untersuchungen gehören zur Nachsorge?

Zu einer klinischen Nachsorge gehören insbesondere das Gespräch über neue Beschwerden und mögliche Therapienebenwirkungen sowie eine körperliche Untersuchung.

Die Mammographie bleibt die wichtigste bildgebende Untersuchung:

·nach einer brusterhaltenden Behandlung in der Regel jährlich an beiden Brüsten,
·nach einer einseitigen Mastektomie jährlich an der verbliebenen Brust.

Ein Brustultraschall ist nicht automatisch bei jedem Nachsorgetermin notwendig. Er kann die Mammographie beispielsweise bei dichter Brust, eingeschränkter Beurteilbarkeit oder einem konkreten klinischen Befund ergänzen. Eine MRT der Brust ist ebenfalls keine routinemäßige Nachsorgeuntersuchung. Sie kommt bei bestimmten Fragestellungen zum Einsatz, wenn Mammographie und Ultraschall keine ausreichend sichere Beurteilung ermöglichen.

Auch zusätzliche Laboruntersuchungen oder umfangreiche bildgebende Untersuchungen zur Suche nach Metastasen werden bei beschwerdefreien Patientinnen nicht routinemäßig durchgeführt, sondern bei entsprechenden Symptomen oder auffälligen Befunden.

Mehr als die Suche nach einem Rückfall

Zur langfristigen Betreuung können je nach Therapie und persönlichen Bedürfnissen außerdem gehören:

·die Begleitung unter endokriner Therapie,
·die Beurteilung der Knochengesundheit,
·die Behandlung von Wechselbeschwerden und vaginaler Trockenheit,
·der Umgang mit Fatigue, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen,
·psychoonkologische Unterstützung sowie
·Beratung zu Bewegung, Ernährung und Körpergewicht.

Regelmäßige körperliche Aktivität ist besonders gut untersucht. Sie kann unter anderem die körperliche Leistungsfähigkeit, Fatigue und Lebensqualität verbessern. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt Brustkrebspatientinnen regelmäßige Bewegung mit Ausdauer- und Krafttraining. Meine Ordination kann einen Teil dieser langfristigen gynäkologischen und klinischen Betreuung übernehmen. Mammographien und andere radiologische Untersuchungen erfolgen jedoch bei entsprechenden radiologischen Einrichtungen; laufende onkologische Therapien und spezielle Fragestellungen bleiben mit dem behandelnden Brustzentrum beziehungsweise der Onkologie abgestimmt.

Warum zu Prof. Obwegeser bei Brustkrebs und Brustbefunden?

Langjährige Erfahrung an der Universitätsfrauenklinik

Ich war von 1989 bis Ende 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien tätig, ab 1994 als Gesamtoberarzt. Von 1994 bis 1999 war ich stationsführender Oberarzt an der Abteilung für Spezielle Gynäkologie, deren Schwerpunkt unter anderem die Behandlung von Brustkrebs war. In dieser Zeit leitete ich die Brustultraschall-Ambulanz, war mehrfach Vertreter des Abteilungsleiters und führte regelmäßig das interdisziplinäre Onkokonsil. Mein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag unter anderem auf der Bilddiagnostik der Brust und auf gynäkologischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Brustkrebstherapie. Ab dem Jahr 2000 war ich an der Abteilung für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie tätig. Dort gehörten auch gynäkologische Krebserkrankungen zu meinem klinischen Schwerpunkt.

Heute betreue ich in meiner Privatordination weiterhin Patientinnen mit Brustbefunden und Brustkrebs, von der ersten Abklärung über eine Zweitmeinung bis zur gynäkologischen Begleitung während und nach der Behandlung. Meine langjährige universitäre Erfahrung verbinde ich dabei mit der Zeit, Ihnen Befunde, Behandlungsmöglichkeiten und offene Fragen ausführlich zu erklären.

Was kostet die Abklärung und wie wird sie verrechnet?

Ich führe eine Privatordination ohne Kassenvertrag. Nach dem Termin erhalten Sie eine Honorarnote, die Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger zur Kostenerstattung einreichen können. Die Höhe der Rückerstattung richtet sich nach dem jeweiligen Versicherungsträger und den erbrachten Leistungen. Eine private Zusatzversicherung kann abhängig von Ihrem Vertrag weitere Kosten ganz oder teilweise übernehmen.

Mammographie, MRT und andere radiologische Untersuchungen werden bei den jeweiligen radiologischen Einrichtungen durchgeführt. Ob und in welcher Höhe dort Kosten entstehen beziehungsweise von der Krankenversicherung übernommen werden, hängt von Untersuchung, medizinischer Indikation und Versicherungsstatus ab.

Den konkreten Betrag für die Untersuchung in meiner Ordination nennen wir Ihnen gerne vorab am Telefon.

Häufige Fragen zu Brustkrebs und Brustgesundheit

Ich habe einen Knoten getastet. Wie schnell bekomme ich einen Termin?

Bei einem neu ertasteten Knoten bemühen wir uns um einen kurzfristigen Termin. Teilen Sie uns bei der Terminvereinbarung bitte mit, dass Sie eine neue Veränderung der Brust bemerkt haben.

Gespräch, Tastuntersuchung und, wenn medizinisch sinnvoll, Brustultraschall können in der Regel bei demselben Termin durchgeführt werden. Ob weitere Untersuchungen wie eine Mammographie oder Gewebeentnahme notwendig sind, entscheidet sich anhand des Befundes.

Ist der Brustultraschall ein Ersatz für die Mammographie?

Nein. Ultraschall und Mammographie haben unterschiedliche Stärken und ergänzen einander bei bestimmten Fragestellungen. Der Ultraschall ist insbesondere zur Abklärung tastbarer Veränderungen und bei dichtem Brustgewebe hilfreich. Die Mammographie kann dagegen beispielsweise Mikroverkalkungen darstellen, die im Ultraschall nicht zuverlässig erkennbar sind.

Für beschwerdefreie Frauen ist die Mammographie die etablierte Untersuchung des österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms. Zwischen 45 und 74 Jahren ist die e-card dafür alle zwei Jahre automatisch freigeschaltet. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie ab 75 Jahren können sich freiwillig anmelden. Ein zusätzlicher Brustultraschall erfolgt je nach Befund und Brustdichte, nicht automatisch bei jeder Mammographie.

Tut eine ultraschallgezielte Stanzbiopsie weh?

Die Gewebeentnahme erfolgt unter örtlicher Betäubung. Während der Untersuchung können Sie Druck oder die Bewegung des Instruments wahrnehmen; stärkere Schmerzen sind normalerweise nicht zu erwarten. Nach der Biopsie kann ein kleiner Bluterguss oder eine vorübergehende Druckempfindlichkeit entstehen.

Kann ich für eine Zweitmeinung zu Ihnen kommen, obwohl ich woanders behandelt werde?

Ja. Bringen Sie möglichst alle vorhandenen Unterlagen mit, insbesondere den histologischen Befund, die Bildgebung, gegebenenfalls Operationsberichte und den vorgeschlagenen Behandlungsplan. Ich erkläre Ihnen die Diagnose und die vorgeschlagene Therapie und bespreche mit Ihnen, welche Fragen oder Alternativen gegebenenfalls noch mit Ihrem behandelnden Team geklärt werden sollten.

Was ist der Unterschied zwischen Brustkrebsvorsorge und Früherkennung?

Der Begriff „Brustkrebsvorsorge“ wird umgangssprachlich häufig für Untersuchungen zur Früherkennung verwendet. Früherkennung bedeutet, einen bereits entstandenen Brustkrebs möglichst früh zu entdecken, bevor er Beschwerden verursacht. Das österreichische Früherkennungsprogramm basiert deshalb auf regelmäßiger Mammographie. Es verhindert die Entstehung von Brustkrebs nicht.

Daneben gibt es Maßnahmen, mit denen sich das persönliche Brustkrebsrisiko beeinflussen lässt. Dazu zählen beispielsweise Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und möglichst geringer Alkoholkonsum. Bei Frauen mit stark erhöhtem erblichen Risiko können darüber hinaus besondere präventive Maßnahmen infrage kommen.

Wie lange dauert die Nachsorge nach Brustkrebs?

Die Nachsorge ist langfristig angelegt. In den ersten Jahren sind die klinischen Kontrollen enger, danach werden die Abstände größer. Bei einem invasiven Brustkrebs werden in den ersten drei Jahren in der Regel vierteljährliche, im vierten und fünften Jahr halbjährliche und ab dem sechsten Jahr jährliche klinische Kontrollen empfohlen. Auch danach bleiben regelmäßige Früherkennungs- und Kontrolluntersuchungen wichtig. Welche Teile der Nachsorge in meiner Ordination erfolgen und welche Untersuchungen über Radiologie, Brustzentrum oder Onkologie organisiert werden, legen wir individuell fest.

Diese Information ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen, starken Blutungen, Fieber oder Kreislaufproblemen wenden Sie sich bitte sofort an eine gynäkologische Notaufnahme oder rufen Sie 144.
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Obwegeser
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe · MedUni Wien

Von 1989 bis 2023 an der Universitätsfrauenklinik im AKH Wien, ab 1994 Gesamtoberarzt; Gründer und langjähriger Leiter der ZEM-Ambulanz für Zysten, Endometriose und Myome.

Stand September 2026
Weiterführend
Gynäkologische Vorsorge in Wien
Jahresuntersuchung mit Krebsabstrich, Ultraschall und Brustultraschall in meiner Privatordination im 9. Bezirk.
Minimal-invasive Operationen in Wien
Schonende Operationen über Bauchspiegelung und Gebärmutterspiegelung mit dem Ziel, die Gebärmutter zu erhalten.
Privatordination und Kosten
Wahlarzt, Honorarnote, Rückerstattung durch die Kasse.
Sie haben einen Knoten getastet oder einen unklaren Befund?

Wenn Sie einen Brustbefund abklären lassen oder eine zweite Einschätzung zu einer Brustkrebsdiagnose wünschen, rufen Sie uns unter +43 1 317 660 0 an oder schreiben Sie an ordination@prof-obwegeser.at. Termine vergebe ich nach telefonischer Voranmeldung. Meine Ordination befindet sich in der Hörlgasse 14, Top 11, 1090 Wien. Der Eingang liegt in der Liechtensteinstraße 8.

Termin online anfragen +43 1 317 660 0